Hey zusammen,
ich sitze seit Monaten an einer Geschäftsidee und komme langsam ins Grübeln. Ich entwickle eine App für präventive Gesundheitsberatung speziell für die 60+ Generation - einfache Bedienung, größere Buttons, Sprachsteuerung, aber mit echten Physiotherapeuten und Ernährungsberatern dahinter.
Jedes Mal wenn ich Familie oder Bekannten davon erzähle, kommen so Kommentare wie "Die können doch eh kein Smartphone" oder "Die gehen lieber zum echten Arzt". Sogar meine Schwester (arbeitet in der Pflege!) findet die Idee "irgendwie zu kompliziert für die Zielgruppe".
Jetzt wo der Sommer läuft und ich mehr Zeit zum nachdenken hab, frag ich mich ernsthaft: Ist meine Idee einfach schlecht und ich merks nicht? Oder sind die alle noch in alten Denkmustern gefangen? Meine Oma (78) nutzt übrigens täglich WhatsApp und bestellt bei Amazon...
Ich hab schon erste Gespräche mit Seniorenheimen geführt und die Resonanz war eigentlich positiv. Aber wenn selbst mein direktes Umfeld nicht dran glaubt - soll ich das als Warnsignal sehen?
Wie unterscheidet ihr zwischen "keiner versteht meine geniale Idee" und "die Idee ist einfach nicht gut"?
Hmm, bin da etwas skeptischer. Nicht wegen der Technikaffinität - da hast du recht, die Ü60-Generation ist fitter als viele denken. Aber Gesundheit ist ein sehr sensibles Thema in der Altersgruppe.
Die Frage ist: Löst du wirklich ein Problem oder baust du eine Lösung für ein Problem das du dir vorstellst? Gibt schon viele Health-Apps, auch für Senioren.
Ich würd erstmal prüfen: Was machst du anders/besser als bestehende Lösungen? Warum sollten sie nicht zu ihrem gewohnten Hausarzt gehen? Der Markt ist hart umkämpft und reguliert.
Familienmeinungen sind zwar oft falsch, aber manchmal haben sie doch einen Punkt. Mach auf jeden Fall ausführliche Zielgruppen-Interviews bevor du zu viel Zeit investierst.
Hi T.Hoffmann,
kenne ich gut, das Problem! Bei Bike-Leasing haben mir auch alle gesagt "Das braucht doch keiner". Heute ist es Standard.
Dein Bauchgefühl mit der positiven Resonanz von Seniorenheimen ist wichtiger als die Meinung von Familie. Die sind oft in alten Denkmustern gefangen. Ü60-Generation ist heute viel technikaffiner als früher.
Mach mal ein paar echte Interviews mit der Zielgruppe - nicht mit 30-50-Jährigen die DENKEN zu wissen was Ü60 will. 10-15 Gespräche mit echten potentiellen Nutzern bringen dir mehr als 100 Meinungen vom Umfeld.
Wenn die Seniorenheime positiv waren, bau darauf auf. B2B-Validierung ist oft verlässlicher als B2C-Bauchgefühl vom Umfeld.
Oh je, das kenn ich! Familienmeinungen sind echt das Schlimmste für die Validierung 😅
Ich würd sagen: Ignorier erstmal komplett was Familie/Freunde sagen und fokussier dich nur auf echte Zielgruppe. Die Seniorenheim-Gespräche klingen doch super vielversprechend!
Mein Tipp: Mach eine kleine Beta-Testgruppe mit 20-30 Personen Ü60. Gibt viele aktive Senioren die WhatsApp, Online-Banking etc. nutzen. Die sind oft offener für neue Sachen als ihre eigenen Kinder denken.
Und ehrlich - die Gesundheitsbranche wird immer digitaler. Telemedizin boomt seit Corona. Du könntest echt einen Nerv treffen.