Hi zusammen,
sitze gerade hier im Büro bei 30 Grad und grüble über meine SaaS-Idee. Hab in den letzten Wochen intensiv recherchiert und musste feststellen: Mein Tool für automatisierte Rechnungsstellung gibt es gefühlt schon 20x am Markt.
Bin echt am überlegen ob ich trotzdem starten soll oder komplett neu denken muss. Die großen Player wie Lexoffice, sevDesk usw. haben natürlich schon alles abgedeckt. Aber ich dachte mir, vielleicht gibt's ja noch ne Nische für kleine Freelancer oder so.
Problem ist: Ich hab schon 3 Monate Vorarbeit reingesteckt, erste Mockups gemacht, sogar schon mit nem Entwickler gesprochen. Jetzt zweifle ich ob das noch Sinn macht.
Kann man bei so übersättigten Märkten überhaupt noch was reißen? Oder verschwendet man nur Zeit und Geld? Hab gelesen dass manche trotzdem erfolgreich waren, aber das waren wahrscheinlich Ausnahmen.
Wie seht ihr das? Nochmal komplett neu anfangen oder doch versuchen einen anderen Winkel zu finden? Die warmen Sommermonate wären eigentlich perfekt um richtig durchzustarten, aber nur wenn's Sinn macht.
Freue mich auf eure Meinungen!
VG
Max
Also ehrlich gesagt würd ich an deiner Stelle nochmal überlegen. 20 Konkurrenten bei SaaS ist schon heftig, besonders wenn da etablierte Player dabei sind.
Hab selbst mal versucht in einen übersättigten Markt zu gehen und es war ein Alptraum. Die Kundenakquise ist extrem teuer und schwierig.
Klar kann man sich differenzieren, aber die Frage ist ob der Aufwand sich lohnt. 3 Monate Vorarbeit sind ärgerlich, aber besser jetzt stoppen als später pleite gehen.
Mein Vorschlag: Schau dir andere Bereiche an wo weniger los ist. Vielleicht was mit KI oder Nachhaltigkeit? Da ist noch mehr Platz für neue Ideen.
Hey Max,
kenne das Dilemma sehr gut. Bei meiner letzten B2B-Idee hatte ich ähnliche Zweifel - Corporate Budget Detection: Wie merkt ihr bei B2B-Sales ob echtes Geld da ist? war auch ein überfüllter Markt.
Mein Rat: Schau dir mal genauer an WER deine potentiellen Kunden wären. Bei Rechnungstools ist oft das Problem, dass die großen Anbieter zu komplex für Ein-Mann-Betriebe sind, aber zu simpel für mittlere Unternehmen. Da könnte dein Ansatz liegen.
Wichtig ist auch: Hast du schon mal mit echten Freelancern geredet? Die haben oft sehr spezielle Bedürfnisse die die großen Tools nicht abdecken. Vielleicht ist deine 3-Monats-Vorarbeit gar nicht verloren, sondern du musst nur den Fokus schärfen.
Aber falls du merkst dass wirklich alles besetzt ist - lieber jetzt stoppen als noch mehr Zeit reinbuttèrn. 3 Monate sind ärgerlich, aber 12 Monate wären katastrophal.
Servus Max,
ich sehe das pragmatisch: 20 Konkurrenten bedeuten auch 20 Beweise dafür, dass der Markt existiert und funktioniert.
Das Problem ist meist nicht die Anzahl der Mitbewerber, sondern ob du einen echten Mehrwert bietest. Bei Rechnungstools würde ich schauen: Welche Branchen werden schlecht bedient? Handwerker haben andere Anforderungen als IT-Freelancer.
Meine Erfahrung nach 15 Jahren Unternehmensberatung: Die meisten scheitern nicht an der Konkurrenz, sondern daran dass sie ihren USP nicht klar kommunizieren können.
Mein Tipp: Mach eine kleine Umfrage bei 20-30 Freelancern aus verschiedenen Bereichen. Frag sie konkret was sie an ihrem aktuellen Tool nervt. Falls du da klare Muster findest - weitermachen. Falls nicht - Zeit für Plan B.
Und hey, die Sommermonate sind eh oft schwierig für B2B-Akquise wegen der Urlaubszeit. Nutze die Zeit lieber für Marktforschung.