Hi Leute,
bin gerade etwas frustriert und brauche mal euren Input. Bin seit 3 Jahren dabei, verschiedene Geschäftsideen zu validieren, aber irgendwie läuft das nie rund. Hab jetzt schon die 8. Idee begraben müssen, nachdem wieder kein echter Bedarf da war.
Mein typischer Ablauf: Idee entwickeln, erste Gespräche führen, Umfragen machen, Landing Page testen. Meistens denken die Leute anfangs "klingt interessant", aber wenn's konkret wird mit Geld oder Zeit investieren, ist plötzlich keiner mehr da.
Letzte Idee war ein Tool für kleine Handwerksbetriebe zur Terminkoordination. 15 Gespräche geführt, alle fanden es "grundsätzlich gut", aber bei der Frage nach 30€/Monat kamen nur Ausreden. Jetzt im Sommer überlege ich wieder, ob das an der Urlaubszeit liegt oder ob ich generell was falsch mache.
Meine Frage: Wann sagt ihr "jetzt reicht's, die Idee taugt nichts" vs. "ich probier's nochmal anders"? Hab langsam das Gefühl, ich validiere mich zu Tode und fang nie richtig an. Wie viele "Nein" braucht ihr, um eine Idee zu begraben?
Bin für jeden Tipp dankbar!
Muss Frank da widersprechen. 15 Gespräche sind viel zu wenig für eine fundierte Entscheidung. In meiner Seed-Runde haben die VCs genau danach gefragt - wie viele Validierungsrunden ich hatte.
Das Problem liegt meist nicht an der Anzahl, sondern an der Qualität der Validierung. "Grundsätzlich gut" ist Höflichkeit, kein Kaufinteresse. Du musst härter nachbohren: Konkrete Schmerzen identifizieren, aktuelle Lösungskosten erfragen, Timeline für Kaufentscheidung abklopfen.
Bei B2B wie deinem Handwerker-Tool: Die kaufen nur, wenn du ihnen NACHWEISLICH Zeit oder Geld sparst. 30€ sind für die nichts, wenn sie dafür 2h weniger Papierkram haben. Du hast vermutlich den ROI nicht klar genug kommuniziert.
Das kenn ich gut Werner! Bei mir war's genauso - hab früher auch jede Idee totvalidiert. Mittlerweile gehe ich anders ran: Nach max. 20-25 ernsthaften Gesprächen muss ich eine klare Tendenz sehen, sonst ist Schluss.
Bei deinem Handwerker-Tool: 15 Gespräche und alle kneifen beim Geld? Das ist ein klares Signal. Handwerker sind sehr preissensibel, besonders bei Software. Die zahlen lieber 500€ für ein neues Werkzeug als 30€/Monat für digitale Tools.
Mein Tipp: Setz dir vorher klare Abbruchkriterien. Zum Beispiel: "Wenn von 20 Gesprächen nicht mindestens 3 Leute sofort bereit sind zu zahlen, dann stop." Das verhindert endloses Validieren. Und im Sommer ist eh schwierig - viele sind mental schon im Urlaub.