Hi zusammen,
ich bin langsam echt frustriert. In den letzten zwei Jahren hatte ich bestimmt 15-20 verschiedene Geschäftsideen, aber 90% scheitern bereits in der Validierungsphase. Sobald ich anfange, potentielle Kunden zu befragen oder kleine Tests zu machen, stellt sich raus: kein Interesse, zu teuer, gibt's schon, oder "nette Idee, aber würde ich nicht kaufen".
Meine letzte Idee war z.B. ein Service für Balkongarten-Optimierung (passt ja zur Jahreszeit), aber nach 50 Gesprächen war klar: die meisten Leute wollen das selbst machen oder haben gar keinen Balkon. Davor war's ein Tool für lokale Handwerker-Vernetzung - auch Flop.
Langsam frage ich mich: Mache ich bei der Validierung was grundsätzlich falsch? Suche ich in den falschen Zielgruppen? Frage ich die falschen Fragen? Oder bin ich einfach schlecht darin, echte Probleme zu identifizieren?
Wie geht ihr vor, um herauszufinden, ob eine Idee wirklich trägt? Und wie viele Ideen habt ihr durchschnittlich "verschrottet", bevor eine funktioniert hat?
Danke für eure Einschätzungen!
Thomas, das kenne ich nur zu gut! Bei mir war's genauso - hab bestimmt 20+ Ideen verworfen, bevor eine wirklich gezündet hat. Das Problem ist oft, dass wir uns in unsere Ideen verlieben und dann nach Bestätigung suchen, statt echte Probleme zu finden.
Mein Tipp: Fang nicht mit der Lösung an, sondern mit dem Problem. Bevor du dir überlegst "was könnte cool sein", geh raus und frag die Leute "was nervt dich richtig in deinem Alltag?". Hatte das auch mal bei der Personalsuche diskutiert - oft sind die besten Ideen die, wo du selbst das Problem hast.
Und 90% Fail-Rate ist normal! Die meisten erfolgreichen Gründer haben dutzende Ideen geschrottet.
Hmm, kann auch sein dass du zu schnell aufgibst? 50 Gespräche klingen viel, aber bei B2C ist das noch gar nichts. Kommt auch drauf an WEN du fragst - Familie und Freunde sagen oft höflich "nette Idee" aber kaufen würden sie nicht.
Vielleicht mal anders validieren: Landing Page erstellen, bisschen Facebook Ads schalten und schauen ob sich wer einträgt. Kostet 100-200€ aber zeigt echtes Interesse.
Thomas, aus meiner Sicht machst du einen klassischen Fehler: Du entwickelst Lösungen für Probleme, die vielleicht gar nicht existieren oder nicht schmerzhaft genug sind.
Beim Balkongarten-Service zum Beispiel - hast du vorher validiert, dass Menschen wirklich bereit sind, Geld dafür auszugeben? Oder war es mehr "das wäre doch praktisch"? Es gibt einen großen Unterschied zwischen "nett zu haben" und "muss ich unbedingt haben".
Meine Erfahrung: Die besten Geschäftsideen entstehen aus eigenen Schmerzen. Was ärgert dich so sehr, dass du bereit wärst, Geld dafür zu zahlen, dass es jemand löst? Da solltest du ansetzen. Und dann erstmal schauen, ob andere das gleiche Problem haben, bevor du eine Lösung baust.