Hallo zusammen, ich bin Stefan M. und führe seit 8 Jahren ein wachsendes Tech-Startup. Derzeit bin ich viel bei der internationalen Expansion und dem Aufbau meines Remote-Teams unterwegs – aber im Sommer habe ich jetzt mal wieder Zeit zum Nachdenken über persönliche Finanzen.
Mich interessiert: Kann man als Gründer mit einer Dividendenstrategie wirklich passives Einkommen aufbauen, das dann quasi von allein läuft? Meine Gedanke ist, einen Teil meiner Ersparnisse (nicht das operatives Kapital des Startups!) in dividendenstarke Aktien oder ETFs zu stecken und einfach über Jahre die Ausschüttungen einzusammeln.
Einerseits reizt mich das Konzept – weniger Aufwand, regelmäßige Einnahmen. Andererseits frage ich mich: Ist das nicht zu konservativ für mein Alter? Und wie realistisch ist das wirklich, wenn man nicht mit Millionen startet? Gibt es Erfahrungen, wie lange es dauert, bis so etwas spürbar wird?
Freue mich auf Input!
Stefan, interessante Frage – und ich glaube, das ist genau der richtige Moment, um darüber nachzudenken. Ich arbeite selbst an KI-Skalierungsfragen für meinen SaaS-Kunden, und es gibt da durchaus Parallelen: Auch beim Dividend Investing geht es um ein System, das du aufbaust und das dann läuft.
Meine Einschätzung: Mit globalen Dividenden-ETFs (MSCI World mit Div-Fokus, z.B.) oder gezielten Einzelaktien kannst du tatsächlich ein Fundament aufbauen. Die magische Grenze liegt aber eher bei 50–100k€ Kapital – dann merkst du nach ein, zwei Jahren wirklich was. Mit 10–20k€ sind die monatlichen Ausschüttungen noch eher Kleingeld.
Was mir aber bei Gründern immer auffällt: Das psychologisch Schwierigste ist, nicht ständig Geld rauszunehmen, wenn es tight wird im Business. Hast du da Disziplin? Und zweite Frage: Wie stabil ist dein Startup-Cashflow derzeit wirklich? Wenn du über Expansion und Remote-Hiring noch viel variabel ausgibst, würde ich erst einen soliden Buffer haben wollen. Sonst verkaufst du deine Dividenden-ETFs irgendwann mit Minus, um das nächste Team-Experiment zu finanzieren.
Kurz gesagt: Ja, funktioniert. Aber braucht Geduld und Startkapital. Nach 20 Jahren im Vertrieb hab ich gesehen, dass das am besten läuft, wenn man's wirklich ignore-and-hold macht – nicht ständig reingucken. Deine Situation ist aber speziell als Gründer, weil du vielleicht früher Geld brauchst.