Hi zusammen, ich bin gerade dabei, meine SaaS-Idee zu konkretisieren, und der Fokus liegt gerade auf der Gründung und Finanzierung. Aber ehrlich gesagt fange ich jetzt schon an, weiter zu denken: Falls die Idee läuft und ich in 10-15 Jahren ein etabliertes Unternehmen habe – wie plane ich dann meine Entnahmen sinnvoll?
Mich interessiert vor allem: Wie berechne ich realistisch, welcher Betrag pro Jahr aus dem Unternehmen rausgehen kann, ohne es zu gefährden? Spielt es eine Rolle, ob ich die SaaS als GmbH strukturiere oder eher als Einzelunternehmen? Und wie unterscheidet sich das von normaler Vermögensanlage – muss ich da völlig anders denken?
Ich bin zugegeben noch nicht am Punkt, wo ich das Details durchdenke, aber ich möchte verstehen, welche Hebel es gibt. Gibt es da Faustregel oder Modelle, die für Tech-Gründer relevant sind? Oder ist das zu weit weg vom Tagesgeschäft jetzt noch zu planen?
Hey Mira, gute Frage – und wichtig, das früh im Hinterkopf zu haben. Die Rechnung hängt massiv davon ab, was du mit dem Unternehmen vorhast. Wenn du es als Langzeit-Asset aufbaust und später regelmäßig rausnimmst, rechnest du anders als bei einem potenziellen Exit.
Bei einer GmbH musst du zwischen Unternehmensgewinnen und privatem Einkommen trennen – und da spielen Steuern eine große Rolle. Eine grobe Faustregel: Viele Gründer kalkulieren mit 25-30% des Gewinns als ausschüttbar, der Rest bleibt für Wachstum und Buffer. Aber das ist sehr individuell.
Mein Tipp: Sprich mal mit einem Steuerberater, der SaaS-Gründer betreut – die können dir schnell aufzeigen, wie die Struktur (GmbH, UG, Solo) sich auf deine späteren Entnahmen auswirkt. Beim Thema Förderprogramme, wo du ja sonst fragst, könnten da auch Startup-Acceleratoren hilfreich sein, die CFO-Coaching anbieten.
Mira, das ist realistisch zu planen, ja – aber mit Vorsicht. Bei uns war es so: Die ersten Jahre haben wir fast nichts rausgenommen, weil Wachstum wichtiger war. Später, als das Business stabil war, haben wir mit einer 4%-Regel gerechnet: 4% des stabilen Jahresgewinns ausschütten, Rest im Unternehmen. Funktioniert aber nur, wenn das Ding wirklich läuft.
Der Knackpunkt: Du kannst nicht einfach von heute auf morgen auf 50% des Gewinns zugreifen, weil dann die Investitionen, Gehälter und Puffer fehlen. Das Wichtigste ist, ehrlich zu planen, wie viel du zum Leben brauchst vs. wie viel ins Wachstum muss. Mach dir das bewusst, bevor deine Gründung richtig startet – dann hast du klare KPIs dafür im Business Model.