Moin zusammen, ich bin gerade in der Phase, mein drittes Team aufzubauen und merke, dass sich einiges gegenüber meinen ersten beiden Gründungen verschoben hat. Damals dachte ich: Großzügiges Gehalt + HomeOffice + vielleicht noch ein JobRad = glückliche Mitarbeiter. Pustekuchen.
In den letzten Monaten habe ich mit mindestens 20 Senior-Entwicklern und Product Manager geredet, die ich gerne ins Team holen wollte. Und ehrlich gesagt: Bei vielen scheitert es nicht am Geld, sondern an ganz anderen Dingen.
Einige Beispiele:
- Ein sehr guter Dev hat abgelehnt, weil ihm die technologische Richtung nicht passte
- Eine Produktmanagerin wollte lieber zu einem Konkurrenten, weil die explizit Home-Office-First fahren
- Mehrere haben gefragt, ob wir eine bKV haben – nicht aus Kostengründen, sondern weil sie das einfach erwarten
Meine Frage: Wo liegen eure Erkenntnisse? Was macht den Unterschied bei den Kandidaten, auf die es wirklich ankommt? Und: Muss ich meine Benefit-Strategie komplett umdenken, oder sind das nur Einzelfälle?
Das ist eine sehr wichtige Beobachtung, Michael. Aus meiner Zeit als Geschäftsführer kann ich bestätigen: Die besten Leute werden nicht primär vom Geld angezogen – zumindest nicht, wenn es im Markt konkurrenzfähig ist. Es geht um Sinn, Vertrauen und Transparenz. Ich habe bemerkt, dass Fachkräfte verstärkt nach Unternehmen suchen, wo sie echte Mitgestaltung haben und wo die Führung ehrlich kommuniziert. Das Finanzielle muss stimmen, ja, aber danach kommt schnell die Frage: "Werden meine Fähigkeiten wirklich genutzt?" und "Kann ich hier langfristig wachsen?" Meine Empfehlung: Konzentriert euch auf Klarheit in eurer Vision und darauf, wie der einzelne Mitarbeiter darin einen Platz hat.
Ich sehe das völlig anders als viele hier im Forum predigen. Nach 15 Jahren Remote-First kann ich dir sagen: Es ist nicht der einzelne Benefit, sondern das Gesamtsystem. Wenn du HomeOffice anbietest, aber deine Kultur ist noch auf Präsenz ausgerichtet, scheitert's. Umgekehrt: Gutes Gehalt + restriktive Arbeitszeitregelungen = top Talente weg. Die besten Leute wollen Flexibilität UND Vertrauen. Keine performativen Benefits. Und ja, bKV ist heute Standard geworden – aber das ist kein Differenzierer mehr, sondern ein Muss.
Interessant – ich bin da noch neu und lerne gerade, aber deine Frage hilft mir sehr weiter. Das mit der bKV habe ich vorher schon überlegt. Wenn ich das richtig verstehe, ist es weniger wichtig, viel Verschiedenes anzubieten, sondern wirklich ehrlich zu sein, was man leisten kann? Und die richtigen Benefits für die richtige Zielgruppe auszuwählen?
Michael, das deckt sich auch mit meinen Erfahrungen bei der Skalierung. Wenn ich auf deine dev-Beispiele höre: Das sind nicht irgendwelche Junior-Positionen. Die haben Choice. Für solche Kandidaten ist tatsächlich die technische Architektur, das Team und die Wachstumsperspektive wichtiger als 3k mehr Gehalt. bKV erwarten sie – aber da muss man auch ehrlich sein: Wenn man < 20 MA hat, ist das finanzielle Gewicht noch erheblich. Hast du überlegt, wie du das skalieren willst, oder startest du erst mit kleinerer Runde?