Hi zusammen,
ich bin gerade bei der Planung für Q3/Q4 und überlege, wie ich unsere globalen Teams besser incentivizieren kann – gerade im Sommer läuft die Produktivität oft etwas schleppender. Ein Kollege hat mir vorgeschlagen, Sachbezugskarten (Lunch-Voucher, Fitness-Apps etc.) stärker auszubauen und teilweise sogar als Gehaltsbestandteil einzuplanen, um Steuern zu sparen.
Das klingt verlockend, aber ich bin mir unsicher: Wo fängt die Grauzone an? Kann ich z.B. 30-50% des Gehalts via Sachbezüge auszahlen, oder ist das problematisch für die Sozialversicherung und für die Mitarbeiterzufriedenheit? Zumal wir über verschiedene Länder verteilt sind – gelten da unterschiedliche Regeln?
Hat jemand praktische Erfahrung damit gemacht? Mich interessiert auch, wie ihr das bei euren Teams handhaben würdet.
Danke für die Frage, Andreas. Ich bin gerade in einer ähnlichen Situation und hab recherchiert: Die 44€-Grenze ist korrekt, aber es gibt da Differenzierungen. Jobrad, Fahrkarte und Essenzuschüsse haben teilweise eigene Regelungen.
Wichtig finde ich aber deine Mitarbeiterperspektive: Selbst wenn es rechtlich okay wäre, würde ich vorsichtig sein. Ein Mitarbeiter, der 50% Sachbezüge erhält, fühlt sich schnell unterbewertet. Das tangiert die Verhandlungsposition bei Jobwechsel und die Altersvorsorge.
Schau dir eher an, welche Sachbezüge deine Leute wirklich wollen – Fitness, Coworking, Learning-Budget. Das sind dann echte Hygienefaktoren, keine Gehaltsverstecke.
Andreas, aus meiner Zeit als Geschäftsführer kann ich dir sagen: rechtlich ist das klarer, als viele denken. Der häufige Fehler ist, die 44€-Freigrenze pro Mitarbeiter und Monat zu ignorieren. Darüber hinaus zahlst du als AG die volle Sozialabgabe.
Echt wertvoll wird es, wenn du Sachbezüge differenzierst – nicht als Gehaltsersatz, sondern als zusätzliche Benefits. Das schaffts Zufriedenheit ohne rechtliche Fallstricke. Bei international verteilten Teams: Nutze lokale Partnerschaften (lokale Fitnessstudios, Meal-Plans etc.). Das ist attraktiver und pragmatischer als zentrale Karten.
Mein Rat: Bau deine Gehaltsstruktur sauber auf, dann sind Extras wirklich extra – und werden besser wahrgenommen.
Andreas, gute Frage. Bei uns haben wir das versucht und sind schnell an rechtliche Grenzen gestoßen. Die zentrale Regel: Sachbezüge dürfen maximal 44€ pro Monat steuerfrei sein (Freigrenze). Alles darüber wird zum regulären Gehalt hinzugerechnet und ist voll sozialversicherungspflichtig.
Die Idee, damit Steuern zu sparen, funktioniert also nicht wirklich – du schuldest am Ende das gleiche Arbeitgeber-/Arbeitnehmeranteil. Einzige echte Einsparung: Lohnnebenkosten für den Arbeitgeber sinken minimal, aber das ist meist nicht der Rede wert.
Beim Remote-Setup übers Ausland wird's zusätzlich komplex. Mein Tipp: mit einem Steuerberater sprechen, der international tätig ist. Die Spielräume sind individuell größer als man denkt, aber eben auch länderspezifisch.
Kurz und knapp: Finger weg von der Strategie. Bringt unterm Strich nix und schadet der Arbeitgebermarke mehr als es spart.