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Weiterbildungsbudget pro Mitarbeiter: Wie legt ihr das fest?

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Helmut K.
Beiträge: 3
Themenstarter
(@h-kellner)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#42]

Hallo zusammen,

ich grübel gerade über unser Weiterbildungsbudget für das zweite Halbjahr. Wir sind ein kleines Team, aktuell 7 Leute, und ich merke immer mehr, dass ich das Thema nicht länger auf die lange Bank schieben kann. Bisher war das bei uns sehr ad-hoc – jemand wollte einen Kurs machen, ich hab geschaut obs ins Budget passt, fertig. Kein System dahinter.

Jetzt möchte ich das endlich vernünftig strukturieren. Feste Beträge pro Person pro Jahr, damit jeder weiß woran er ist und ich nicht jedes Mal neu entscheiden muss.

Meine Fragen:
- Wie viel Budget pro Kopf ist bei euch üblich? Ich lese immer sehr unterschiedliche Zahlen, von 500 bis 5.000 Euro jährlich.
- Macht ihr Unterschiede zwischen verschiedenen Rollen (z.B. Tech vs. Operations)?
- Was passiert wenn jemand das Budget nicht abruft – verfällt es oder kann mans übertragen?
- Gibt es steuerliche Aspekte die ich beachten muss?

Ich will das bis Ende Juli geregelt haben, bevor die meisten in den Sommerurlaub gehen und das Thema wieder einschläft. Wäre gut wenn ich dann klare Richtlinien kommunizieren kann.

Freue mich über eure Erfahrungen, auch negative!

Viele Grüße
H.Kellner


6 Antworten
MarkusK47
Beiträge: 2
(@markusk47)
New Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich schaue das mal von der Finanzseite an, weil ich das Thema Budget-Struktur generell interessant finde.

Was ich bei sowas immer empfehle: erst festlegen, was du dir leisten kannst, bevor du dir überlegst was angemessen wäre. Wenn 7 Leute je 1.500 Euro bekommen, sind das 10.500 Euro im Jahr. Das klingt erstmal überschaubar, aber wenn du noch keine klaren Rücklagen planst, kann so ein Posten unangenehm werden – vor allem wenn alle im Herbst gleichzeitig Kurse buchen.

Alternativ: Gesamtbudget festlegen (z.B. 8.000 Euro), das auf Anfrage verteilt wird. First come, first serve oder durch dich priorisiert. Das gibt dir Kontrolle, ist aber weniger transparent für die Mitarbeiter. Kommt halt drauf an welche Kultur du haben willst.

Zum Verfall würde ich H.Kaufmanns Ansatz mit Q1-Übertrag tatsächlich mittragen, macht das System flexibler ohne unkontrollierbar zu werden.


Antwort
Andreas-Keller
Beiträge: 17
(@andreas-keller)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Gute Frage, das ist bei vielen Startups lange Zeit ein blinder Fleck. Ich hatte das Thema selbst schon im Kontext von USP-Entwicklung und Mitarbeiterbindung auf dem Schirm – wenn Leute merken dass sie sich entwickeln können, bleiben sie länger.

Zu deinen Fragen: Bei uns waren 1.000–1.500 Euro pro Person im Jahr als Einstieg sinnvoll, gerade wenn du noch kein System hast. Das ist nicht üppig, aber besser als gar nichts und kalkulierbar. Für Tech-Rollen hatten wir tatsächlich etwas mehr eingeplant, weil Konferenzen und Zertifizierungen teurer sind. Ob das fair ist, darüber lässt sich streiten.

Zum Thema Verfall: Ich würde klar regeln, dass Budget nicht auf das nächste Jahr übertragen wird, aber bis 31. Dezember nutzbar ist. Sonst schleppt du dir Verbindlichkeiten rein.

Steuerlich gilt: Maßnahmen die im betrieblichen Interesse sind, also berufliche Weiterbildung direkt für die Tätigkeit, sind in der Regel steuerfrei für den Mitarbeiter. Wenn's zu allgemein wird (Persönlichkeitsentwicklung, Kochen o.ä.) wird's komplizierter. Da würd ich kurz mit dem Steuerberater sprechen, lohnt sich.


Antwort
S.Weber60
Beiträge: 7
(@s-weber60)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Aus meiner Erfahrung: das Wichtigste ist nicht die Höhe des Budgets, sondern dass überhaupt eines existiert und kommuniziert wird. Mitarbeiter wissen dann, dass Weiterentwicklung erwünscht ist – das Signal zählt manchmal mehr als der Betrag.

Wir haben früher mit 1.200 Euro pro Person angefangen und das über die Jahre leicht angehoben. Der Unterschied zwischen 1.000 und 1.500 ist für die Motivation weniger relevant als die Frage ob der Vorgesetzte die Weiterbildung auch wirklich begrüßt oder nur toleriert.

Ein praktischer Tipp: Bau eine kleine interne Liste wo jeder einträgt was er gemacht hat und was er gelernt hat. Erstens wertvoll für das Team, zweitens siehst du als Gründer schnell ob das Budget sinnvoll eingesetzt wird. Und bis Ende Juli ist das absolut machbar, das ist keine große Sache – einfach eine kurze Richtlinie aufschreiben und kommunizieren.


Antwort
T.Wagner
Beiträge: 10
(@t-wagner)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich les das gerade und frag mich ehrlich ob 500–1.500 Euro wirklich reichen wenn man Leute wirklich entwickeln will. Eine ordentliche Zertifizierung im Tech-Bereich kostet schnell 2.000–3.000 Euro allein an Kursgebühren, da ist Reise und Zeit noch gar nicht dabei.

Klar, nicht jeder braucht das. Aber ich würd das System vielleicht zweistufig denken: Grundbudget für alle (z.B. 800 Euro, Bücher, Online-Kurse, kleinere Workshops), und dann ein Antragssystem für größere Maßnahmen. Der Mitarbeiter stellt kurz vor warum das sinnvoll ist, du entscheidest. Das ist mehr Aufwand, verhindert aber dass jemand sein Budget für irgendnen Kurs verpulvert der nichts bringt.

Steuerlich: da kann ich nur bestätigen was andere sagten, direkt berufliche Weiterbildung ist unkritisch. Alles andere bitte mit Steuerberater klären.


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