Hi zusammen,
ich stehe vor einem ziemlich schwierigen Problem und hoffe auf euren Rat. Wir sind zu dritt als Gründer gestartet, haben alle gleiche Anteile (33,33%) und arbeiten seit 8 Monaten an unserem SaaS-Startup. Ein Partner zieht aber überhaupt nicht mehr mit.
Konkret: Er kommt kaum noch zu Meetings, liefert seine Aufgaben verspätet oder gar nicht ab und wirkt total unmotiviert. Wenn wir ihn ansprechen, sagt er immer "ja, mach ich" aber passiert tut nichts. Die anderen beiden von uns arbeiten 60+ Stunden die Woche, er vielleicht 15-20.
Wir haben schon mehrmals das Gespräch gesucht, aber es ändert sich einfach nichts. Langsam bremst er uns richtig aus. Der andere aktive Partner und ich sind uns einig, dass wir ohne ihn besser vorankommen würden.
Nur wie macht man sowas? Wir haben eine GbR und einen Gesellschaftervertrag. Kann man jemanden einfach rauswerfen? Muss man ihm seine Anteile abkaufen? Und vor allem - wie macht man das, ohne dass hinterher alle böse sind? Immerhin waren wir mal Freunde.
Hat jemand von euch schonmal sowas durchgemacht? Wie seid ihr vorgegangen?
Das Thema kenne ich leider nur zu gut. In der Praxis gibt es mehrere Wege, aber alle haben ihre Tücken:
1. Gesellschaftsvertrag prüfen: Gibt es Leistungsklauseln oder Kündigungsrechte?
2. Einvernehmliche Lösung anstreben: Vielleicht ist er selbst unzufrieden und würde freiwillig aussteigen
3. Gesellschaft auflösen und neu gründen: Radikaler Schnitt, aber manchmal der sauberste Weg
Wichtig ist, dass ihr alles dokumentiert habt - Arbeitszeiten, nicht erledigte Aufgaben etc. Das braucht ihr für Gespräche oder rechtliche Schritte.
Mein Rat: Führt nochmal ein letztes ehrliches Gespräch. Stellt klar dar, wo das Problem liegt und gebt ihm eine letzte Chance mit konkreten, messbaren Zielen. Wenn das nicht funktioniert, ist der respektvolle Weg oft, gemeinsam eine Lösung zu finden, mit der alle leben können.
Puh, das ist echt ne schwierige Situation. Hatte sowas ähnliches vor 2 Jahren. Bei uns gabs zum Glück Vesting-Klauseln im Vertrag, aber bei euch wirds komplizierter.
Mein Tipp: Holt euch unbedingt einen Anwalt dazu. Bei einer GbR ist das Rauswerfen nicht so einfach möglich wie bei ner GmbH. Eventuell könnt ihr über eine Kündigung der Gesellschaft nachdenken und dann zu zweit neu gründen.
Was die Anteile angeht - ohne entsprechende Klauseln im Vertrag wird schwierig. Aber vielleicht ist er ja auch froh, wenn er rauskommt? Manchmal merkens die Leute selbst, dass sie nicht mehr dabei sind.
Oh je, das kenn ich... Bei unserem letzten Thema ging's ja auch um schwierige Gespräche führen.
Ich würd ehrlich sein: Setzt euch alle drei zusammen und legt die Karten auf den Tisch. Manchmal ist der "faule" Partner einfach überfordert oder hat private Probleme. Falls er wirklich nicht mehr will, ist ein sauberer Ausstieg für alle besser.
Wenn ihr ihn nicht überzeugen könnt - Anwalt ist Pflicht! Bei GbR ist das rechtlich echt tricky.