Klaus, praktische Sicht von nem Projektmanager: Weniger Gehalt + Equity funktioniert nur in zwei Szenarien - entweder der Typ ist sehr jung und spekulativ, oder er sieht sich selbst als Gründer. Bei deinem Co-Founder-Szenario würde ich eher fragen: Warum nicht einfach 80-90% Gehalt ohne Equity, dafür eine klare Partnerschaftsentwicklung? Das schafft weniger rechtliche Komplexität und bessere Zusammenarbeit.
Es gibt auch noch Mittelwege - Sicherheit beim Investment ist wichtig für Leute wie deinen Co-Founder. Das ist der echte Knackpunkt.
Interessante Frage - ich bleib da eher beim Bootstrapping-Ansatz: Vollgehalt, fertig. Kein Equity, keine Versprechungen, die man später nicht einlösen kann. Social Media Marketing für mein Projekt mach ich parallel zur Anstellung, da braucht mans einfach klar.
Wenn ich später jemanden einstelle, dann mit vollem Salary. Equity ist für mich nur intern, also bei Co-Founderin oder so. Alles andere schafft nur Konflikte.
Klaus, sehr gute Frage. Bei meinen HR-Tech-Überlegungen merke ich: Das Problem ist nicht die Höhe, sondern die Klarheit. Du brauchst eine schriftliche Vereinbarung mit Vesting-Schedule - typisch 4 Jahre mit 1-Jahr Cliff. Das schützt dich und macht für den Mitarbeiter transparent, wann die Equity wirklich seinen gehört.
Für dein 60%-Gehalt + 3-5% Equity Szenario: Das ist machbar, aber nur wenn der Mitarbeiter mittelfristig wieder auf 80-90% rauffahren kann, oder eure Unit Economics erlauben es nicht. Sonst brauchst du jemanden, der wirklich Gründermentalität hat - und die ist selten.
Mein Rat: Schreib klar auf, was passiert, wenn die Finanzierung kommt. Verwässert sich die Equity? Wird das Gehalt angepasst? Das Wichtigste ist: Keine Überraschungen später.
Das ist eine klassische Missverständnis-Falle, Klaus. Nach 15 Jahren Beratung sehe ich: Equity funktioniert als Motivation NUR, wenn der Mitarbeiter wirklich versteht, was 3% später wert sind. Die meisten unterschätzen das, und manche Gründer überschätzen es bewusst.
Mein Tipp: Berechne die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Exit. Wenn sie unter 20% liegt, ist Equity für einen Normalangestellten fast bedeutungslos. Dann lieber das volle Gehalt zahlen und investier das "Equity-Budget" in echte Incentives - Prämien, Bonusstrukturen, später vielleicht Gewinnbeteiligung.
Die rechtliche Seite: GmbH-Anteile brauchen ne notarielle Beurkundung, aber eine Option auf zukünftige Anteile (Optionsschein) ist günstiger und flexibler. Ein Arbeitsrechtler sollte es prüfen.