Hi zusammen,
wir sind jetzt bei 6 Leuten im Team und ich merke, dass ich immer mehr Zeit mit administrativem Kram verbring – Verträge, Urlaubsplanung, Fragen zu Benefits. Das frisst mir Zeit, die ich eigentlich für Growth und Finanzierungsgespräche bräuchte.
Ich hab bislang alles selbst gemacht und bei den letzten zwei Einstellungen auch größtenteils im Interview-Prozess selbst übernommen. Aber jetzt frag ich mich: Lohnt sich für ein EdTech-Startup in meiner Größe schon eine dedizierte Person? Oder sollte ich das auslagern – externe HR-Beratung, Freelancer, digitale Tools?
Die Finanzierungsrunde läuft gerade, und ich will nicht unnötig Geld verbrennen. Andererseits sagen mir alle, dass gute HR ab bestimmtem Punkt ein echter Wettbewerbsvorteil ist und man nicht erst reagieren sollte, wenn's brennt.
Wie habt ihr das gelöst? Gibt es da Richtwerte, oder ist es eher individuell nach Branche und Wachstumstempo?
Freue mich über ehrliche Erfahrungsberichte!
Sarah, bei 6 Leuten würde ich noch nicht full-time HR einplanen. Das ist klassisches Penny-wise-pound-foolish.
Stattdessen: digitale Tools + externe Beratung on demand. Personio oder similar für Verwaltung, Freelancer-HR-Beraterin für komplexere Sachen wie Equity-Verträge oder Benefits-Struktur. Das kostet dich vielleicht 500-1000€/Monat, nicht 3500+ für eine Vollzeitkraft.
Aber: Eine gute Recruiting-Person ist was anderes – wenn dein Product-Market-Fit stimmt und du schneller wachsen willst, würde ich eher dort Geld investieren als in klassische HR. Mein Punkt: Struktur braucht ihr, aber nicht unbedingt als Person.
Bin da teils anderer Meinung als Markus. Nach 15 Jahren im Konzern sag ich dir: Du unterschätzt, wie giftig schlechte Hiring-Kultur wird. Bei 6 Leuten kann eine falsch eingestellte Person dein ganzes Dynamik zerstören.
Ich würde weniger die Frage stellen "ab wann HR?" sondern "wie bau ich jetzt schon Standards auf, die skalierbar sind?" Das kannst du noch selbst tun – mit Templates, klaren Prozessen, regelmäßigen 1-on-1s. Wenn es dann zur 10, dann 15 ist, ist deine Kultur schon gefestigt und eine HR-Person kann das fortführen statt aufzubauen.
Für die administrative Last (Verträge, Urlaubskalender) – ja, Freelancer oder Tools. Aber die Beziehungsarbeit würde ich nicht zu früh abschieben, wenn ihr noch klein seid.