Hi zusammen,
ich grüble schon seit Wochen über ein Problem: alle reden von Design Thinking, Lean Startup und Jobs-to-be-Done, aber in der Realität verwende ich meistens einen Mix aus allem. Mal starte ich mit Empathy Maps, dann springe ich zu Problem-Solution-Fit und teste nebenbei noch JTBD-Interviews.
Jetzt wo der Frühling kommt und ich endlich wieder mehr Outdoor-Projekte angehen kann (hatte im Winter hauptsächlich an Software-Ideen getüftelt), merke ich dass mein Approach ziemlich chaotisch ist. Manchmal führt das zu guten Ergebnissen, aber oft verliere ich mich auch in den verschiedenen Frameworks.
Wie macht ihr das in der Praxis? Habt ihr einen klaren Ablauf oder springt ihr auch zwischen den Methoden hin und her? Und noch wichtiger: wie entscheidet ihr, wann welcher Ansatz der richtige ist?
Bin gespannt auf eure Erfahrungen, weil ich das Gefühl habe dass die Theorie und die Realität bei Ideenfindung oft ziemlich weit auseinander liegen.
Grüße
Henrik
Interessant dass du das ansprichst Henrik. Ich sehe das etwas anders als Marco-Dietrich - zu viel Framework-Hopping kann auch gefährlich sein.
Bei meinen letzten Projekten bin ich bewusst bei einem Ansatz geblieben, auch wenn's manchmal frustrierend war. Das zwingt einen dazu, die Methode wirklich zu durchdringen statt nur an der Oberfläche zu kratzen.
Meine Erfahrung: JTBD ist unschlagbar wenn du noch gar nicht weißt in welche Richtung es gehen soll. Design Thinking bringt dir hauptsächlich was wenn du schon ein grobes Problemfeld hast aber noch keine konkrete Lösung. Und Lean Startup macht nur Sinn wenn du schon eine testbare Hypothese hast.
Der Frühling ist übrigens perfekt um mal rauszugehen und echte Customer Discovery zu machen statt nur in Frameworks zu denken. Manchmal ist ein ehrliches Gespräch mit 5 potentiellen Kunden mehr wert als alle Methoden zusammen.
Methodenmix ist völlig normal, würd ich sagen. Hab selber gemerkt dass starre Frameworks in der Realität oft nicht funktionieren.
Hey Henrik, kenne das Problem gut! Hab vor ein paar Monaten hier schon mal drüber geschrieben.
In der Praxis nutze ich mittlerweile einen groben 3-Phasen-Ansatz: Erst JTBD für das grundsätzliche Problem-Verständnis (was wollen Kunden wirklich "erledigen"), dann Design Thinking für kreative Lösungsansätze und am Ende Lean Startup für schnelle Tests. Aber ehrlich gesagt springe ich auch ständig zwischen den Methoden hin und her, je nachdem was gerade blockiert.
Der Trick ist meiner Meinung nach nicht die perfekte Methode zu finden, sondern zu wissen wann man welches Tool aus der Kiste holt. Wenn ich nicht verstehe warum Kunden überhaupt ein Problem haben = JTBD. Wenn ich keine kreativen Lösungen finde = Design Thinking. Wenn ich unsicher bin ob die Lösung funktioniert = Lean Startup.
Bei Outdoor-Projekten ist übrigens direktes Beobachten oft viel wertvoller als alle Frameworks zusammen.