Hey zusammen,
ich beschäftige mich gerade intensiv mit der Finanzplanung für die nächsten 12 Monate und hab ein Problem, das ich so noch nicht richtig durchdacht habe: Ich weiß, dass ich einen Notgroschen brauch – aber wie viel macht wirklich Sinn, wenn ich gleichzeitig in mein Startup investieren möchte?
Mein Szenario: Ich hab aktuell ca. 25k€ liquide. Davon will ich 10k€ ins Startup stecken, um die ersten produktiven Wochen zu finanzieren. Bleiben mir 15k€. Meine laufenden Kosten (Miete, Versicherung etc.) liegen bei etwa 2.500€/Monat, das reicht also für 6 Monate. Aber ist das wirklich genug?
Die Frage, die mich beschäftigt: Sollte ich eher konservativ denken (12 Monate Rücklagen = 30k€) oder ist das in der Gründungsphase unrealistisch? Wie habt ihr das gelöst? Und was ist mit den restlichen Mitteln – einfach auf dem Sparkonto liegenlassen oder doch noch sinnvoll anlegen für den Fall, dass die Gründung länger dauert?
Freue mich auf eure Perspektiven!
Frank, aus meiner Erfahrung im Vertrieb heraus: Das mit dem Notgroschen ist eigentlich eine Frage der psychologischen Sicherheit. 6 Monate Lebenshaltung reicht dir objektiv, aber subjektiv wirst du unter Druck deutlich schlechter Entscheidungen treffen – beim Pricing, bei Kundenakquisition, beim Partnering.
Ein Punkt, den ich früher bei der KfW-Förderung auch schon erwähnt hab: Hast du überhaupt die Möglichkeit, einen Kredit aufzunehmen, falls du in der Phase was vergessen hast? Das ist auch eine Art Sicherheitsnetz. Mit 25k€ könntest du auch schauen, ob nicht ein kleinerer Förderkredit für die initiale Ausstattung sinnvoll ist – die Eigenkapitalquote ist dann besser.
Frank, das ist eine sehr berechtigte Frage. Mein Tipp: Rechne nicht nur mit 6 Monaten, sondern denk realistisch – die meisten Startups brauchen länger bis zur ersten nennenswerten Revenue. Ich würde dir empfehlen, mindestens 9–12 Monate Lebenshaltungskosten zu sparen, bevor du das Geld ins Startup steckst.
Die restlichen 15k€: Lass sie auf einem separaten Konto liegen – nicht investieren in der Phase. Du brauchst Flexibilität. Ich bin selbst nebenbei noch angestellt und schiebe meine Fintech-Idee voran, gerade weil ich eben nicht auf Startup-Revenue angewiesen bin. So kann ich überhaupt risikobewusst arbeiten. Wenn du das nicht hast, brauchst du eine stärkere Rücklagenquote. Das ist nicht konservativ, das ist realistisch.