Hallo zusammen,
ich bin gerade wieder aktiv hier im Forum, nachdem ich mich lange Zeit eher still verhalten habe. Mich beschäftigt eine Frage, die ich in meinen 40 Jahren Personalarbeit immer wieder gestellt bekommen habe, jetzt aber aus anderer Perspektive: Macht betriebliche Altersvorsorge im Startup wirklich Sinn?
Ich spreche mit immer mehr Gründern, die ihre ersten 10-20 Mitarbeiter einstellen und dann die Frage haben: bAV oder erst mal nicht? Manche sagen, die bKV ist wichtiger, andere argumentieren mit Steuern und Fördermöglichkeiten.
Meine Beobachtung: Bei Startups, die auf Plattformmodellen basieren und schnell skalieren wollen, scheint bAV oft unter den Tisch zu fallen – dabei könnte es ein starkes Recruiting-Signal sein. Andererseits verstehe ich, dass bei knappem Budget und hohem Burn Rate andere Prioritäten gesetzt werden.
Wie handhabt ihr das konkret? Ab welcher Mitarbeiterzahl macht es Sinn? Und vor allem: Wie kommuniziert man das nach außen als Positionierungsmerkmal, ohne es zu teuer zu machen?
Freue mich auf eure praktischen Erfahrungen!
Bei uns im E-Commerce haben wir das Thema bewusst erstmal hinten angestellt – ehrlich gesagt. Mit 8 Leuten im Team und internationaler Expansion sind die Köpfe gerade woanders. Wir haben stattdessen ins Geschäftskonto mit Multi-Currency investiert und die Benefits-Kommunikation klar gemacht.
Wenn ihr skaliert, wird's natürlich relevant. Meine Frage an dich: Wie kommunizierst du das als Positionierungsmerkmal, ohne dass es wie ein Angebot wirkt, das morgen wieder weg ist? Das ist für mich das Kernproblem bei Startups – Versprechen, die man vielleicht nicht halten kann.
Interessante Frage. Ich bin selbst noch in der Planungsphase meiner Gründung und denke viel über die Mitarbeiterseite nach. Was mich beim Thema bAV fasziniert: Es geht nicht nur um die Kosten, sondern um das richtige Mindset im Team. Wenn ich von Anfang an signalisiere "Hier wird an eure Zukunft gedacht", hat das psychologische Wirkung.
Aber realistisch: Mit kleinem Team und unsicherem Wachstum brauchst du erst mal Klarheit über deine eigene finanzielle Situation. Das klingt vielleicht egoistisch, aber ich glaube, wer als Gründer selbst kein solides Fundament hat, kann das seinen Mitarbeitern nicht glaubhaft vermitteln. Vielleicht ist es sinnvoller, mit flexibleren Benefit-Modellen zu starten und bAV später zu professionalisieren?