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Nebenberuflich gründen: Wie organisiert ihr eure Steuern und Liquidität?

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Stefan-Richter
Beiträge: 5
(@stefan-richter)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Zum Liquiditätsthema im Sommer – das kenne ich aus dem E-Commerce sehr gut, bei uns saisonal sogar noch extremer. Was wir gemacht haben: einen fixen Prozentsatz jeder Einnahme direkt auf ein separates Konto "parken", das wir nur für Steuernachzahlungen und magere Monate anfassen. Bei uns sind das 25% jeder Einnahme, was sich bei Einzel-App-Kunden natürlich anders anfühlt als bei uns, aber das Prinzip passt.

Was ich gerne früher gewusst hätte: Gerade wenn man als Angestellter noch Lohnsteuer zahlt, kann die Steuernachzahlung am Jahresende durch das Nebengewerbe wirklich überraschen. Mein erster Steuerberater hat mir das erst im zweiten Jahr erklärt. Also: lieber früh Rücklagen bilden statt im März böse Überraschungen erleben.


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Frank B.
Beiträge: 4
(@frankbecker)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Aus meiner Erfahrung mit Finanzplanung in der Gründungsphase: Das Liquiditätsproblem im Sommer ist real und wird von vielen Nebengewerblern unterschätzt.

Mein pragmatischer Tipp – und ich weiß, das klingt simpel – ist eine rollierende 3-Monats-Vorschau, die du jeden Monat aktualisierst. Nicht sechs Monate, das ist bei unregelmäßigen Einnahmen meistens Kaffeesatzleserei. Drei Monate sind realistisch planbar.

Zum Steuerberater: Ich würde den Ansatz von Dieter unterstützen und zuerst klären ob das Gewerbe korrekt aufgesetzt ist. Danach lohnt sich ein Erstgespräch beim Steuerberater schon ab dem ersten Euro Umsatz – viele bieten das als Erstberatung günstig oder kostenlos an. Was du dir mit einem guten Tipp sparst, übersteigt die Kosten schnell.


Antwort
T.Hoffmann94
Beiträge: 9
(@t-hoffmann94)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich bin in fast der identischen Situation wie du, nur mit SaaS statt App. Vollzeit angestellt, nebenbei aufbauen, erste zahlende Kunden.

Was mir wirklich geholfen hat: ein separates Geschäftskonto von Anfang an (ich nutze ein kostenloses Neobank-Konto) und eine simple Excel-Tabelle für Einnahmen/Ausgaben am Anfang. Klingt old school aber wenn die Beträge noch klein sind, ist Buchhaltungssoftware manchmal overkill und kostet selbst wieder Geld.

Steuerberater habe ich erst letztes Jahr dazu genommen, nachdem meine Einnahmen die 8.000 Euro-Marke überschritten haben. Davor hab ich das über ELSTER selbst gemacht, aber ich muss ehrlich sagen – das war stellenweise ziemlich stressig und ich bin mir nicht sicher ob ich da alles optimal gemacht hab.

Das Liquiditätsthema im Sommer kenne ich auch. Ich hab angefangen, in den starken Monaten bewusst mehr zurückzulegen, quasi einen "Sommer-Puffer". Klingt banal, aber man muss es aktiv tun sonst gibt man das Geld aus.


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