Ich arbeite viel international und hab daher Erfahrung mit verschiedenen Investorentypen. Grundsätzlich stimmt das was hier steht – aber ich würde einen Punkt ergänzen: Unterschätz nicht die steuerliche und rechtliche Seite. Ein Angel-Deal kann strukturell sehr simpel sein (SAFE, Wandeldarlehen), ein VC bringt meistens seine eigene Vertragsdokumentation mit, die du verstehen und ggf. verhandeln musst. Gerade wenn du das zum ersten Mal machst, kostet das Zeit und Anwaltskosten. Mein Tipp: Wenn du Sommer nutzt zum Vorbereiten, dann schau dir parallel auch an, welche Vertragsmodelle gerade gängig sind. Da gibt es inzwischen recht standardisierte Vorlagen von Verbänden.
Ich seh das ein bisschen anders als die Kollegen hier. Die Frage 'Angel oder VC' ist meines Erachtens oft zu sehr vereinfacht gestellt. Was du wirklich fragen solltest: Was will ich in 3 Jahren erreicht haben, und wer bringt mich dahin schneller? Ich hab selbst erlebt, wie Ideen in der Validierungsphase scheitern, weil die Kapitalstruktur nicht zur tatsächlichen Entwicklungsgeschwindigkeit gepasst hat – das hab ich in einem anderen Thread auch schon beschrieben. Bei 8-12k MRR bist du noch nicht an dem Punkt, wo die meisten Seed-VCs wirklich Interesse zeigen. Das heißt nicht, dass es nicht klappt – aber du solltest realistisch sein, was ein VC in dieser Phase von dir erwartet. Der will eine skalierbare Story, klare Unit Economics und Wachstum. Wenn das noch wackelt, bist du beim Angel besser aufgehoben. Der kann auch mal 6 Monate mit dir durchtauchen, ohne dass der Fonds-Druck entsteht.