Hi zusammen,
stehe vor einem klassischen Bootstrap-Dilemma. Meine SaaS läuft seit 2 Jahren solid mit 8k MRR, Tendenz steigend um ca. 12% monthly. Nach 15 Jahren E-Commerce weiß ich eigentlich, was funktioniert - aber jetzt brauche ich Input von euch.
Die Situation: Für den nächsten Entwicklungsschritt (Mobile App + API-Erweiterung) bräuchte ich ca. 50k. Meine 70% Eigenkapitalquote will ich auf keinen Fall verwässern - das war von Anfang an mein Credo.
Jetzt bin ich am überlegen zwischen Revenue-Based Financing und klassischem Bankkredit. RBF klingt erstmal verlockend - prozentuale Rückzahlung vom Umsatz, bis ein bestimmter Multiple erreicht ist. Aber die Konditionen sind oft intransparent und die Kosten können ordentlich werden.
Bankkredit ist dagegen planbar, aber die wollen bei SaaS oft Sicherheiten, die ich nicht stellen kann/will.
Wer von euch hat Erfahrungen mit RBF gemacht? Welche Anbieter sind seriös? Oder doch lieber den steinigen Weg zur Bank?
Freue mich auf eure Insights!
Thomas
Hi Thomas,
kann deinen Zwiespalt gut verstehen. Bin selbst schon beide Wege gegangen und würde bei deiner Situation tatsächlich erstmal den Bankkredit favorisieren.
8k MRR mit 12% Wachstum ist eine solide Basis - damit solltest du bei der KfW oder speziellen Fintech-Banken wie Penta oder Kontist bessere Chancen haben als bei der klassischen Hausbank. Die verstehen SaaS-Modelle mittlerweile besser.
RBF kann schnell teuer werden - hab mal bei einem meiner Projekte 18% vom Revenue abgegeben für 2 Jahre. Am Ende wars deutlich teurer als ein normaler Kredit. Und die "prozentuale Rückzahlung" kann bei Wachstumsphasen richtig reinhauen.
Mein Tipp: Schau dir mal Forward Bank oder Deutsche Bank Förderkredit an. Mit deinen Kennzahlen und der Erfahrung solltest du gute Argumente haben. Zur Not kannst du auch einen Teil der MRR als Sicherheit "verpfänden" - ist immer noch besser als Equity zu verwässern.
Falls RBF, dann schau dir Uncapped oder re:cap an - die sind wenigstens transparent mit ihren Konditionen.
Andreas