Hallo zusammen,
ich bin 45 und arbeite seit 3 Jahren nebenbei an meinem Projekt - eine Software für kleine Handwerksbetriebe. Nach hartem Winter mit wenig Aufträgen läuft es seit März richtig gut und ich habe im April erstmals über 10k Umsatz gemacht. Mai sieht sogar noch besser aus.
Meine Kalkulation: Bei 10k Umsatz bleiben mir nach Steuern und Ausgaben etwa 6k netto. Mein aktueller Job bringt 4,8k netto. Rein rechnerisch könnte ich also kündigen.
Aber ich bin unsicher: Reichen 1-2 gute Monate als Grundlage? Die Energiekosten waren im Winter brutal und haben mein Erspartes aufgefressen. Jetzt im Frühjahr läuft es besser, weil die Handwerker wieder draußen aktiv sind und investieren.
Meine Frau meint, ich soll mindestens 6 Monate konstant über 8k bleiben. Ich würde gerne schon im Sommer kündigen, um mich voll auf Neukunden zu konzentrieren. Das Geschäft ist sehr saisonal - im Winter wird weniger investiert.
Wie habt ihr das gemacht? Ab welchem Punkt habt ihr den Sprung gewagt? Welche Puffer sind realistisch?
Muss den beiden widersprechen - zu vorsichtig!
Werner, du bist 45. Die Zeit läuft dir davon. Wenn du jetzt nicht springst, wann dann? Mit 50?
Hatte mal ähnliche Situation bei US-Expansion - manchmal muss man einfach den Mut haben.
3 Monate über 8k reichen. Du kennst dein Geschäft inzwischen. Und ganz ehrlich: Im Job wirst du nie die Zeit haben, richtig zu skalieren. Du bleibst immer im Nebenher-Modus.
Kündigungsfrist nutzen für Übergang. Puffer von 20-30k sollte reichen.
Hey Werner, erstmal Glückwunsch zu den 10k! Das ist schon ordentlich.
Ich würde aber vorsichtig sein. 1-2 gute Monate sind wirklich wenig Datenbasis. Vor allem bei saisonalem Geschäft. Du sagst selbst, Winter war schlecht.
Mein Vorschlag: Mindestens 6 Monate über 8k durchhalten, wie deine Frau sagt. Und zusätzlich 3-6 Monatsgehälter als Notpuffer ansparen. Falls mal wieder ein harter Winter kommt oder Kunden wegbrechen.
Den Sommer würde ich nutzen, um richtig Gas zu geben - aber noch im Job. Die warmen Monate sind deine Goldgrube, da solltest du maximalen Umsatz rausholen und Rücklagen bilden.
Werner, als Coach sehe ich das täglich: Die meisten steigen zu früh aus.
Deine Kalkulation ist zu oberflächlich. Du denkst nur an den aktuellen Umsatz, aber vergisst wichtige Faktoren:
- Krankenversicherung wird teurer
- Keine bezahlten Urlaubstage mehr
- Betriebsausgaben können steigen
- Akquise kostet Zeit = weniger Umsatz
Für saisonale Geschäfte empfehle ich die 18-Monats-Regel: 1,5 komplette Zyklen durchlaufen und dabei konstant über dem Mindestumsatz bleiben. Du hast erst einen halben Zyklus.
Handwerker-Software ist goldwert, aber der Markt ist auch umkämpft. Nutze die Job-Sicherheit, um erstmal richtig zu wachsen.