Hey Leute,
bin gerade ziemlich aufgeregt - meine SaaS hat letzte Woche die 10k Umsatz-Marke geknackt! 🎉 Momentan arbeite ich noch Vollzeit als Softwareentwickler (4.2k netto) und mache mein Startup nebenher. Die 10k kommen aus etwa 180 zahlenden Kunden mit einem durchschnittlichen MRR von 55€.
Jetzt stehe ich vor der Frage: Ab welchem Punkt kann ich meinen Brotjob kündigen ohne meine Gründung finanziell zu gefährden? Meine monatlichen Fixkosten liegen bei etwa 2.8k (Miete, Lebenshaltung, etc.) plus nochmal 800€ für das Business (Server, Tools, etc.).
Einerseits würde ich gerne Vollzeit an meinem Startup arbeiten um richtig Gas zu geben. Andererseits hab ich schon Geschichten gehört von Gründern die zu früh gekündigt haben und dann in finanzielle Probleme geraten sind.
Wie habt ihr das gemacht? Welche Faustregel gibt es da? Sollte ich warten bis ich 3 Monate Puffer habe oder reicht weniger? Oder sogar mehr?
Danke für eure Erfahrungen!
Glückwunsch zu den ersten 10k! Das ist ein wichtiger Meilenstein. Aus technischer Sicht würde ich dir aber noch empfehlen zu warten. Ich hab bei meinem ersten Startup ähnliche Zahlen gehabt und bin zu früh gesprungen - das war ein Fehler.
Du solltest mindestens 6 Monate Puffer haben, nicht nur 3. Warum? Erstens kann dein MRR auch wieder sinken (Kündigungen, failed payments, etc.). Zweitens brauchst du Luft für Investitionen in Marketing und Entwicklung. Bei meinem Skalierungsproblem damals hätte ich fast alles verloren wenn ich nicht noch meinen Job gehabt hätte.
Meine Empfehlung: Warte bis du konstant 8-10k MRR über 3-4 Monate hast. Dann hast du Sicherheit und kannst trotzdem voll durchstarten.
Hey Stefan, erstmal herzlichen Glückwunsch! 🎉
Ich bin vor 2 Jahren bei 12k MRR gesprungen und es war genau richtig. Meine Regel war: 3x meine monatlichen Gesamtkosten als konstanter Umsatz über mindestens 4 Monate. Bei dir wären das also ca. 11k MRR die du konstant halten solltest.
Aber pass auf mit der Churn Rate! 180 Kunden für 10k ist schon nicht schlecht, aber du musst wissen wie viele jeden Monat kündigen. Falls deine Churn bei über 5% liegt, würde ich noch bisschen warten.
Die Zeit jetzt nutzen um das Produkt zu stabilisieren und vielleicht schon mal mit deinem Chef über Teilzeit reden? So kannst du sanft übergleiten.
Stefan, ich kenn das Gefühl! Bei mir war's damals ähnlich aufregend.
Aus HR-Sicht würde ich dir raten: Schau nicht nur auf die Zahlen, sondern auch auf deine Arbeitsbelastung. Wenn du jetzt schon am Limit bist mit Vollzeitjob + Startup, dann machst du mittelfristig Fehler in beiden Bereichen.
Mein Tipp: Rede mit deinem Arbeitgeber über eine Reduzierung auf 80% oder 60%. So hast du mehr Zeit für dein Startup, aber trotzdem noch Sicherheit. Viele Arbeitgeber sind da flexibler als man denkt, besonders wenn sie dich halten wollen.
Finanziell würde ich sagen: 6 Monate Puffer sind Minimum. Aber 50/50 oder 60/40 Teilzeit ist oft der bessere Weg als der komplette Sprung.