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Nachhaltigkeit als Buzzword nervt – wo sind echte Green-Tech-Chancen?

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Lisa_1995
Beiträge: 1
Themenstarter
(@lisa_1995)
New Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#195]

Hey zusammen,

ich beschäftige mich seit ein paar Monaten intensiv mit dem Thema Green Tech und ich merk immer wieder: Sobald man "nachhaltig" irgendwo draufschreibt, kommen entweder Investoren die nach Impact-Kennzahlen fragen die keiner wirklich versteht, oder man landet in der gleichen Blase aus Solar-Startups und E-Mobility-Klones.

Mich interessiert was anderes. Wo seht ihr echte, noch wenig besetzte Chancen abseits vom Mainstream? Ich mein nicht die großen Megatrends die jeder kennt, sondern Nischen wo echte Probleme sind, die man mit einem schlanken Ansatz angehen kann.

Ein paar Richtungen die mir selbst auf dem Schirm sind:
– Lebensmittelverschwendung in der Gastronomie (nicht Konsumentenebene, sondern B2B)
– Materialeffizienz in kleinen Produktionsbetrieben (die haben oft null Überblick was sie wegschmeißen)
– Irgendwas rund um Wasserverbrauch, aber da kenn ich mich noch nicht gut genug aus

Ich bin noch in der Ideenphase und will nicht einfach auf einen Hype aufspringen. Und ja, ich find's auch ein bisschen ironisch dass ausgerechnet im Sommer 2026 jede zweite Startup-Konferenz "klimaneutral" wirbt aber an Vorort-Events festhält mit Catering-Müllbergen die ich nicht beschreiben will...

Also: Was seht ihr als echte Chancen? Gerne auch kontroverse Einschätzungen, ich bin nicht auf der Suche nach Bestätigung.


5 Antworten
Kritikus_78
Beiträge: 1
(@kritikus_78)
New Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ehrlich gesagt find ich die Frage gut gestellt, aber ich bin skeptisch ob "abseits vom Mainstream" wirklich das richtige Kriterium ist. Viele Nischen sind Nischen weil der Markt dort schlicht nicht funktioniert – entweder weil die Zahlungsbereitschaft fehlt oder weil die regulatorischen Hürden enorm sind.

Dein Beispiel mit Materialeffizienz in Produktionsbetrieben klingt nett, aber ich kenn das aus eigener Erfahrung: Kleine Betriebe kaufen sowas nicht, die rechnen das nicht durch, und der Entscheider hat 15 andere Baustellen. Da beißt du dir die Zähne aus.

Was ich tatsächlich für unterschätzt halte: Alles rund um Kreislaufwirtschaft im Bausektor. Nicht sexy, brutal komplex, aber der Problemdruck ist real und die EU drückt regulatorisch massiv. Wer da ein schlankes B2B-Modell findet das Rückbaumaterialien irgendwie handelbar macht, hat was.

Aber wie gesagt – erst prüfen ob Kunden wirklich zahlen, bevor man sich vom Problemdruck mitreißen lässt.


Antwort
S.Weber
Beiträge: 16
(@s-weber)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich hab mich selbst schon mit ähnlichen Fragen beschäftigt – vor allem wie man in frühen Phasen herausfindet ob ein Markt wirklich bereit ist oder nur behauptet es zu sein. Ist ne andere Variante von dem was ich hier mal zum Thema Corporate-Entscheider geschrieben hab – Problemdruck und Zahlungsbereitschaft sind zwei völlig verschiedene Dinge.

Zur Sache: Was ich für wirklich interessant halte ist das Thema Kühlkettenverluste in der Lebensmittellogistik. Nicht auf Konsumentenseite, sondern zwischen Produzent und Handel. Da gehen je nach Schätzung 15-20% der Ware verloren, und das Monitoring ist erschreckend rudimentär. IoT-Lösungen gibt's schon, aber die Integration in bestehende Logistikprozesse ist meistens suboptimal gelöst.

Das ist kein glamouröses Thema, aber es ist eines wo der ROI für den Kunden direkt messbar ist – und das erleichtert den Vertrieb enorm. Mein grundsätzlicher Rat: Wähl Nischen wo du den Kundennutzen in Euro und Cent ausdrücken kannst, nicht in CO2-Äquivalenten.


Antwort
TechMax_87
Beiträge: 5
(@techmax_87)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich komm aus dem SaaS-Bereich und schau mir Green Tech eher aus der Technologie-Perspektive an. Was ich sehe: Das eigentliche Problem ist nicht die fehlende Technologie sondern das fehlende Daten-Fundament. Viele Green-Tech-Ansätze scheitern weil die Datenlage bei potenziellen Kunden katastrophal ist – Energieverbrauch wird manuell erfasst, Materialflüsse sind in Excel-Tabellen begraben, Audits kosten ein Vermögen.

Da seh ich ehrlich gesagt mehr Chancen als in direkten Hardwarelösungen: Wer es schafft, dieses Daten-Chaos in kleinen und mittleren Unternehmen aufzulösen – nicht mit einer 200.000-Euro-ERP-Einführung sondern mit was schlankem das in Wochen deployed ist – der hat einen echten Hebel. Das ist dann kein reines Green-Startup mehr, aber der Impact entsteht automatisch wenn bessere Daten zu besseren Entscheidungen führen.

Das Buzzword-Problem das du beschreibst entsteht übrigens auch weil viele Startups Nachhaltigkeit als Marketingrahmen nutzen statt als echtes Produktmerkmal. Unterschied ist riesig.


Antwort
ThomasK87
Beiträge: 14
(@thomask87)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Mhm, ich les hier viel mit und stell fest das die meisten Antworten schon in Richtung B2B-Hardware oder Logistik gehen. Ich frag mich ob das nicht schon wieder ne eigene Blase ist die entsteht weil alle Gründer das gleiche lesen 😄

Was ich persönlich spannend find – und das is eher so ein Bauchgefühl als fundierte Analyse – ist der Bereich Wasser. Nicht in Deutschland, sondern Südeuropa. Urlaubszeit erinnert mich grad wieder dran: Ich war letzten Sommer in Portugal und hab gesehen wie Landwirte mit Bewässerungsmethoden arbeiten die aus den 80ern stammen. Da gibt's inzwischen günstigere Sensorik und KI-gestützte Steuerung die das deutlich effizienter macht. Die Frage ist ob man als kleines Startup da irgendwie rankommt oder ob man sofort gegen Agrartechnikkonzerne läuft.

Ansonsten: Kritikus_78 hat oben nen wichtigen Punkt. Nichtzahlen ist das echte Risiko.


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