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Welche Trends treiben 2026 neue Geschäftsmodelle an?

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Stefan-Koehler
Beiträge: 18
Themenstarter
(@stefan-koehler)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#200]

Hey zusammen,

wir schreiben Mitte 2025 und ich frage mich, was uns in etwa 12-18 Monaten wirklich antreiben wird – also welche Trends konkret neue Geschäftsmodelle entstehen lassen, nicht nur bestehende optimieren.

Ich entwickle seit drei Jahren ML-basierte SaaS-Lösungen für Mittelständler und merke, dass sich die Nachfrage gerade deutlich verändert. Kunden fragen immer weniger nach "KI-Features" als Add-on, sondern wollen ganze Workflows automatisiert haben. Das fühlt sich nach einem Paradigmenwechsel an – weg von Tools, hin zu Outcomes.

Aber was kommt danach? Meine Hypothesen gerade:
- Agentic AI wird konkreter: Nicht mehr Chatbots, sondern Systeme die eigenständig Prozesse durchlaufen
- Datenhoheit als USP: Gerade im Mittelstand wächst die Skepsis gegenüber US-Cloud-Anbietern, da könnte sich was für europäische Player tun
- Verticalization: Horizontale KI-Lösungen werden commoditized, der Wert liegt in tiefer Branchenexpertise

Mich interessiert besonders die Skalierungsperspektive – also nicht was theoretisch spannend klingt, sondern was sich in 12-18 Monaten tatsächlich zu einem tragfähigen Geschäftsmodell entwickeln lässt.

Was beobachtet ihr in euren Bereichen? Kommt das aus dem Markt oder zieht Technologie die Nachfrage? Bin gespannt auf konkrete Einschätzungen, auch wenn sie meinen Hypothesen widersprechen.

Stefan


4 Antworten
Stefan_78
Beiträge: 18
(@stefan_78)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich hab mich mit dem Thema übersättigte vs. offene Felder ja zuletzt auch beschäftigt (hatte da einen eigenen Thread) und muss sagen – deine Analyse deckt sich mit vielem was ich dort gehört habe.

Aus meiner Automobilindustrie-Perspektive: Agentic AI klingt für mich noch sehr abstrakt, aber wenn ich an konkrete Fertigungsprozesse denke, dann ist eigenständige Prozesssteuerung durch KI etwas das die Industrie seit Jahren versucht zu lösen. Die Frage ist immer Zuverlässigkeit und Haftung – wer verantwortet Entscheidungen die ein KI-Agent getroffen hat?

Das ist kein Einwand gegen deine These, eher eine Einschränkung: In regulierten Industrien (Automotive, Medizin, Chemie) wird Agentic AI 2026 noch stark sandboxed sein. Als Markt vielleicht, aber mit viel längeren Sales-Zyklen als du dir erhoffst. Für nicht-regulierte Bereiche seh ich das anders.


Antwort
Hans B.
Beiträge: 8
(@h-brenner)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Gute Diskussion hier. Ich möchte einen Aspekt einbringen der in solchen Trend-Debatten oft untergeht: Infrastruktur.

In meinen 40 Berufsjahren habe ich mehrere Technologiewellen miterlebt und fast jedes Mal waren am Ende nicht die spektakulärsten Anwendungen die profitabelsten Geschäftsmodelle, sondern die Infrastrukturanbieter darunter. Bei KI vermute ich ähnliches – Vector-Datenbanken, Evaluierungs-Frameworks, Monitoring für Produktions-KI-Systeme. Das sind keine glamourösen Themen aber wer skalieren will braucht das.

Zu Stefan-Koehlers Agentic AI These: Technisch korrekte Beobachtung. Ich würde aber unterscheiden zwischen dem was demonstrierbar ist und dem was zuverlässig genug für Produktionseinsatz ist. Der Abstand ist dort noch erheblich. 12-18 Monate ist sportlich – das sollte man als Planungsgrundlage einkalkulieren.


Antwort
Sandra_78
Beiträge: 11
(@sandra_78)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Stefan, deine Verticalization-These würde ich klar unterschreiben – das sehe ich im Vertrieb täglich. Wenn ich mit Kunden rede die irgendeine horizontale KI-Lösung evaluieren, ist die häufigste Frage inzwischen: "Kennt das System unsere Branche oder müssen wir das alles selbst beibringen?" Die Bereitschaft zu konfigurieren sinkt.

Was ich aber noch nicht auf deiner Liste sehe und was ich für 2026 für unterschätzt halte: Compliance-getriebene Geschäftsmodelle durch den AI Act. Die Regulierung erzeugt echten Bedarf – Auditierbarkeit, Dokumentation, Risikobewertung von KI-Systemen. Das ist kein sexy Thema, aber Mittelständler werden da Beratungs- und Toolbedarf haben der gerade erst entsteht. Für jemanden der schon tief im Mittelstands-KI-Umfeld ist könnte das ein natürlicher Erweiterungsmarkt sein.

Beim Thema Datenhoheit bin ich skeptischer als du – die Nachfrage höre ich auch, aber die Zahlungsbereitschaft für "EU-Cloud" ist in meiner Erfahrung oft kleiner als das Bekenntnis dazu. Da würde ich nicht allein drauf wetten.


Antwort
Nina-Kellner
Beiträge: 3
(@nina-kellner)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Interessante Frage! Ich bin noch ganz am Anfang und schaue das eher aus der Perspektive einer angehenden Gründerin, aber was ich so lese und höre: Die Kombination aus KI und personalisierten Nutzererlebnissen scheint wirklich gerade zu explodieren. Für mich persönlich ist das spannend weil es die Customer Journey komplett neu denken lässt – wenn Systeme wirklich eigenständig agieren können, dann verändert sich ja auch wie man überhaupt mit Kunden interagiert.

Ob das in 12-18 Monaten schon zu skalierbaren Modellen führt weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich bin da zu wenig drin. Aber deine Verticalization-These klingt für mich als Außenstehende am plausibelsten – spezialisierte Lösungen haben doch immer einen klareren Mehrwert als Generalisten oder?


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