Hey zusammen,
irgendwie bin ich gerade in so einem mentalen Sommerloch was Ideen angeht. Ich arbeite hauptsächlich als Dev und beschäftige mich viel mit SEO-Tools und technischer Optimierung – da kriege ich manchmal Einblicke in Probleme, die Leute mit bestehenden Lösungen haben. Aus sowas sind bei mir früher mal die interessantesten Ideen entstanden.
Aber aktuell fühlt sich alles irgendwie... ausgelutscht an? Ich scrolle durch Product Hunt, lese Hacker News, schaue mir Reddit-Threads an – und alles was ich sehe sind entweder Clones oder hyperspezifische US-Nischenprodukte die hier niemanden interessieren.
Meine bisherigen Ideenquellen:
- Frustration bei eigenen Tools (gut aber endlich)
- Reddit/HN/PH wie gesagt
- Gespräche mit anderen Devs
- SEO-Daten und Suchvolumen-Gaps (da findet man manchmal echte Nachfrage ohne Angebot)
Der letzte Punkt bringt noch am meisten, aber auch der läuft irgendwie auf leerlauf bei mir.
Wie haltet ihr euch frisch? Habt ihr systematische Ansätze oder kommt das bei euch auch eher zufällig? Würde mich interessieren wie das bei Leuten läuft die aus völlig anderen Bereichen kommen – Vertrieb, Marketing, Finanzen etc. Vielleicht ist das ein Blindspot den ich als Tech-Mensch einfach hab.
Was Marc sagt stimmt, aber ich würde noch eine Ebene ergänzen: Schau dir an wo Leute Workarounds bauen. In meiner Arbeit mit Content-Marketing sehe ich das ständig – Teams die mit 4 verschiedenen Tools jonglieren, Google Sheets missbrauchen, oder intern irgendwelche halbgaren Prozesse aufgebaut haben. Das sind keine Nischenpro leme, das sind Symptome von fehlendem Angebot.
Gerade im Sommer wenn Teams kleiner sind weil alle im Urlaub sind fällt sowas besonders auf – dann werden die Lücken in den eigenen Prozessen schmerzhafter.
Zu deinem SEO-Daten-Ansatz: Das ist eigentlich sehr valide, aber kombinier das mit qualitativen Gesprächen. Ich hab zum Beispiel mal einen Thread verfolgt (Hohe Nutzung aber null Conversion - Problem-Solution-Fit validieren?) wo genau das Thema aufkam – Nachfrage erkennen ist eine Sache, aber ob die Leute wirklich zahlen wollen ist nochmal was anderes. Suchvolumen alleine sagt dir das nicht.
Aus Investorenperspektive: Die stärksten Ideen die mir begegnen kommen fast nie von Leuten die aktiv nach Ideen suchen. Die kommen von Leuten die tief in einem Bereich stecken und irgendwann sagen "ich kann nicht glauben dass das noch keiner gelöst hat".
Dein SEO-Daten-Ansatz ist eigentlich interessanter als du denkst. Suchvolumen ohne vernünftiges Angebot ist im Grunde validierte Nachfrage. Das Problem ist nur: als Dev siehst du das Problem, aber du hast vielleicht nicht das Gespür dafür ob da echte Zahlungsbereitschaft dahinter steckt oder ob die Leute das kostenlos lösen wollen.
Mein Tipp: Raus aus dem Tech-Bubble. Ich mache nebenbei Due Diligence für Investitionen und dabei führe ich viele Gespräche mit Leuten aus völlig fremden Branchen – Handwerk, Gesundheit, Logistik. Die haben Probleme die so offensichtlich unlösbar wirken dass ein Dev da gar nicht hinguckt. Aber zahlungsbereit sind die oft mehr als jeder SaaS-Hipster.
Sommerzeit ist übrigens gar nicht schlecht für sowas – viele Leute haben mehr Kopffreiheit.
Ich mach das parallel zum Vollzeitjob und hab ehrlich gesagt keine Zeit für systematisches Ideen-Suchen. Bei mir war es so: ich hab im Vertrieb jeden Tag dieselben manuellen Prozesse gehasst, und irgendwann dachte ich mir "das muss doch automatisierbar sein". Fertig.
Klingt banal aber ich glaub der Trick ist wirklich: weniger suchen, mehr machen und frustriert werden. Die Idee kommt wenn man tief genug drin steckt. Das künstliche Suchen bringt bei mir jedenfalls nix.