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Green-Tech jenseits von Solar & E-Autos: Wo steckt echtes Potenzial?

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Andreas91
Beiträge: 33
Themenstarter
(@andreas91)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#197]

Ich merk das gerade wieder besonders stark in diesem Sommer – überall nur Headline-Themen. Jeder redet über Photovoltaik, E-Mobility, Wasserstoff. Die üblichen Verdächtigen halt. Ich sitze hier gerade bei 37 Grad und frag mich, ob ich der einzige bin dem der ganze "Green-Tech"-Buzzword-Brei auf die Nerven geht.

Ich bin seit ein paar Jahren selbständig, hab mich bisher vor allem im digitalen Bereich bewegt und überlege jetzt ernsthaft, ob es im Nachhaltigkeitsbereich echte Marktlücken gibt – aber abseits vom Mainstream. Nicht das 14. Solarinstallations-Startup, nicht die nächste App die CO2 berechnet und nichts verändert.

Was ich meine: Gibt es Bereiche, die noch wirklich unterversorgt sind? Infrastrukturthemen, die keiner sexy findet aber wo echter Bedarf besteht? Ich denk da manchmal an Dinge wie Materialrecycling in Industrieprozessen, oder Wasseraufbereitung, oder irgendwas im Bereich Gebäude, das nicht sofort Solar bedeutet.

Bin auch offen für B2B-Ansätze, die einfach noch niemand vernünftig digitalisiert hat. Oder Nischen wo regulatorischer Druck gerade einen Markt erzwingt, den es vorher nicht gab.

Was seht ihr da draußen? Vor allem interessiert mich, wo ihr das mit realem Gründerpotenzial einschätzt und nicht nur als Fördermittel-Abgreif-Konstrukt.


6 Antworten
Marcus91
Beiträge: 4
(@marcus91)
New Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Bin beim Thema Wasseraufbereitung ganz bei dir. Konkret: dezentrale Wasseraufbereitung für Gewerbeimmobilien oder kleine Industriebetriebe. Gerade in diesem Sommer mit den Hitzewellen und sinkenden Grundwasserspiegeln wird das Thema drängender. Es gibt zwar Technik, aber kaum jemand der das als Service-Modell (Betreibermodell, nicht Einmalverkauf) vernünftig anbietet.

Das Modell wäre eigentlich klar: Anlage installieren, Betrieb übernehmen, nach Verbrauch abrechnen. Ähnlich wie Leasing, aber für Wasserinfrastruktur. Ich glaub der Markt ist da aber noch nicht bereit die Komplexität des Regulatorischen zu stemmen – da müsste man wirklich tief ins Wasserrecht rein.


Antwort
T.Bergmann
Beiträge: 18
(@t-bergmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Interessante Frage. Ich hab mich in letzter Zeit auch ein bisschen mit dem Thema beschäftigt, weil ein bekannter von mir im Bereich Industrieabwärme tätig ist – und da tut sich tatsächlich was. Abwärmenutzung aus produzierenden Betrieben ist so ein klassischer "klingt unsexy, ist aber riesig"-Bereich. Es gibt unzählige mittelständische Betriebe, die Wärme einfach verpuffen lassen weil sie nicht wissen wie man das sinnvoll nutzt oder verkauft. Weder die technischen Lösungen noch die Abrechnungsmodelle sind wirklich skaliert. Da steckt aus meiner Sicht echter B2B-Bedarf drin.

Ein zweites Feld, das ich spannend finde: Kreislaufwirtschaft speziell für Bauabfälle. Deutschland schmeißt jährlich absurde Mengen an Bauschutt weg, der theoretisch wiederverwertbar wäre. Logistik und Matching zwischen Entsorgern und Abnehmern – das ist bisher komplett fragmentiert.


Antwort
HelmutK48
Beiträge: 4
(@helmutk48)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Also ich bin jetzt schon ein paar Jahrzehnte im Geschäft und hab einige Trends kommen und gehen sehen. Was mich beim Green-Tech-Bereich wirklich interessiert ist das Thema Bodenqualität in der Landwirtschaft. Klingt altmodisch, aber der Markt für Bodenanalyse und -aufbereitung ist noch erstaunlich wenig technologisiert. Die meisten Landwirte arbeiten immer noch mit Methoden von vor 20 Jahren. Sensorik kombiniert mit vernünftiger Datenauswertung – da fehlt es an praktischen Lösungen die auch ein normaler Landwirt bedienen kann.

Was ich aber aus Erfahrung sagen kann: Gründer die in diesen Bereich wollen, unterschätzen regelmäßig wie lang die Vertriebszyklen im Agrar-Sektor sind. Das ist nichts für jemand der in 12 Monaten skalieren will. Ich hab das in einem anderen Kontext selbst miterlebt – Geduld ist da wirklich Pflicht. Dazu hab ich auch mal was im Thread über Kategorien die ich meide geschrieben.


Antwort
Stefan-Mueller39
Beiträge: 3
(@stefan-mueller39)
New Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich seh das ein bisschen anders als Stefan-Mueller16. Kapitalintensität ist ein Argument, aber der regulatorische Druck den FinTechMike33 anspricht ist auch ein realer Rückenwind. Und es muss ja nicht immer Hardware sein.

Was mich interessieren würde: Softwareseitige Lösungen für den Nachweis von Recyclingquoten im B2B. Also nicht das Recycling selbst, sondern die Dokumentation und Zertifizierung davon. Klassisches Compliance-Problem das keiner lösen will weil's nicht sexy ist, aber für den das löst, zahlen Unternehmen gerne. Hab in einem anderen Thread schonmal über den Bootstrapping-Ansatz für solche Nischenideen nachgedacht – da ist das eigentlich gut machbar wenn man auf Eigenkapital setzt und schlank bleibt.


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