Hallo zusammen,
arbeite hauptberuflich im Finanzsektor und baue nebenbei eine FinTech-Plattform für betriebliche Altersversorgung auf. Bin gerade dabei, für mein Team eine vernünftige Zeiterfassungslösung zu finden, die später auch für Kunden interessant sein könnte.
Mein Problem: Die meisten HR-Tools binden einen ziemlich fest an den Anbieter. Wenn die Preise steigen oder der Service nachlässt, sitzt man fest. Als jemand aus dem Finanzbereich weiß ich, wie schnell sich Marktbedingungen ändern können.
Worauf achtet ihr bei der Auswahl von Zeiterfassungstools, um nicht in eine Vendor-Lock-Situation zu geraten? APIs für Datenexport sind klar, aber reicht das? Gibt es Tools mit wirklich offenen Standards oder Self-Hosting-Optionen, die trotzdem professionell sind?
Bin auch gespannt auf eure Erfahrungen mit der Integration in bestehende Finanz-Systeme. Bei uns läuft alles über SAP und die Schnittstellen sind... nun ja, komplex.
Nutzt jemand von euch vielleicht sogar Open-Source-Lösungen für die Zeiterfassung? Würde mich über praktische Einblicke freuen!
VG Thomas
Hi Thomas,
aus meiner PM-Erfahrung kann ich dir nur raten: Schau dir als erstes die Datenportabilität an. Nicht nur Export-APIs, sondern auch in welchem Format die Daten rauskommen. CSV ist nett, aber für SAP-Integration brauchst du oft spezifischere Standards.
Für Self-Hosting würde ich mir Kimai anschauen - ist Open Source und ziemlich ausgereift. Haben wir mal in einem Projekt evaluiert. Die Anpassbarkeit ist super, aber du brauchst jemanden der das betreut. Bei größeren Teams wird das schnell aufwändig.
Was SAP angeht: Fast alle professionellen Tools haben mittlerweile REST-APIs, aber die Qualität schwankt extrem. Clockwise und TimeCamp haben aus meiner Sicht die besseren Schnittstellen, auch wenn sie nicht komplett vendor-lock-frei sind.
Mein Tipp: Fang klein an und teste erstmal mit 2-3 Leuten. Gerade wenn du das später für Kunden nutzen willst, ist die User Experience wichtiger als du denkst. Die beste offene Lösung nützt nichts, wenn sie keiner bedienen mag.
Hast du schon überlegt, ob du die Zeiterfassung nicht direkt in deine FinTech-Platform integrieren könntest? Bei betrieblicher Altersversorgung wäre das durchaus ein interessantes Feature...