Hi zusammen,
ich bin gerade dabei, meine SaaS-Idee für Handwerksbetriebe zu konkretisieren und stoße überall auf unterschiedliche Aussagen zu Gründungskosten und Kapitalbedarf. Das ist ehrlich gesagt verwirrend.
Ich habe bisher gehört, dass eine UG mit 1€ Stammkapital sehr günstig ist – aber ich frage mich, wo dann die Haken sind. Brauche ich trotzdem einen Notar? Was kostet das? Und wie sieht's mit laufenden Kosten aus – Buchhaltung, Versicherungen, Bankkonten?
Bei einer GmbH klingen 25.000€ Mindestkapital nach viel, aber vielleicht ist das langfristig die bessere Wahl für mein Tech-Startup? Gibt es da auch Förderprogramme, die mir bei den Gründungskosten helfen?
Auch interessiert mich: Wie beeinflusst die Rechtsform später meine Chancen auf Investorengeld? Ich möchte das von Anfang an richtig machen, ohne später umständlich wechseln zu müssen.
Gerne auch persönliche Erfahrungen – danke!
Mira, aus meiner Perspektive (nach 15 Jahren raus und jetzt wiedereinstieg) würde ich sagen: Die 25k GmbH ist kein echtes Problem, wenn du es richtig strukturierst. Notarbeantrag (ca. 400–600€), Eintrag ins Handelsregister (150–300€), dazu kommen Beratungshonorare wenn du den Gesellschaftervertrag nicht selbst aufsetzen magst.
Aber ehrlich: Bei einem SaaS sollte deine priorität erst mal auf Kundenbeschaffung und MVP liegen, nicht auf der Rechtsform-Optimierung. Eine UG ist völlig ausreichend für die ersten 12 Monate, um echtes Produktmarktfit zu finden. Dann wechselst du zur GmbH oder nimmst Kapital auf – je nachdem, wie's läuft.
Die "versteckten Kosten" sind eher organisatorisch: regelmäßige Buchhaltung (500–1500€/Jahr), Versicherungen und Bankgebühren. Das spielt für die Wahl zwischen UG und GmbH aber eine kleinere Rolle als Deine konkrete Finanzierungsstrategie. Was ist Dein Plan – bootstrapped oder brauchst du Fremdkapital ab Tag 1?
Hey Mira,
gute Frage – das war damals bei meiner ersten Gründung auch mein Knackpunkt. Die UG ist verführerisch günstig, aber du brauchst trotzdem einen Notar: zwischen 150–300€ je nach Bundesland. Dazu kommen Handelsregistereintrag (~150€) und die erste Bilanz.
Der größere Punkt ist aber die Reputation: Investoren und Business Partner sehen eine UG oft als "noch nicht richtig gegründet". Viele UG-Gründer wechseln nach 1–2 Jahren zur GmbH – dann zahlst du alles nochmal.
Bei einer GmbH sind die 25k theoretisch Pflicht, aber du kannst die initial über eine Sacheinlage (Hardware, Software-Lizenzen) abdecken. Das spart Steuern und hilft bei der Finanzierungsrunde später.
Für Tech-Startups kenne ich EXIST-Gründerzuschuss und BMWK-Programme – die fördern GmbH stärker als UG. Also meine Empfehlung: Wenn du seriös pitchen willst, geht's GmbH von Start an.
Welche Zielgruppe adressierst du konkret mit der Handwerker-SaaS? Das könnte auch die Finanzierungsstrategie beeinflussen.