Hi zusammen, ich bin neu hier und plane gerade mein erstes Startup mit zwei Mitgründern. Wir sind uns einig, dass wir das rechtlich von Anfang an ordentlich machen wollen – also nicht so wie manche, die dann nach einem Jahr merken, dass alles schiefgeht.
Jetzt stellt sich mir die Frage: Was muss definitiv in einen Gesellschaftervertrag rein? Wir denken an eine GmbH oder UG. Gibt es Punkte, die viele übersehen und später zum Problem werden? Ich lese überall was von Geschäftsführerhaftung, Gewinnverteilung und so, aber ich weiß ehrlich nicht, wo ich konkret ansetzen soll.
Außerdem interessiert mich: Wie regeln wir das mit potenziellen Mitarbeitern später? Ich möchte attraktive Benefits anbieten – geht das schon im Gesellschaftervertrag, oder ist das eher ne Frage für den Arbeitsvertrag?
Freue mich auf eure Erfahrungen!
Also ich bin ehrlich skeptisch gegenüber der ganzen "perfekten Dokumentation von Anfang an"-Mentalität. Klar, Basisregeln braucht ihr – aber viele Gründer investieren Energie in Verträge, die eh nicht halten, wenn's später Konflikt gibt.
Das Wichtigste: Wählt die richtige Rechtsform (UG vs. GmbH ist ne andere Diskussion) und regelt dann im Vertrag, wie Entscheidungen laufen und wie man aussteigt. Der Rest ist Kleinkram. Ein guter Gesellschaftervertrag ist nicht das Problem – das Problem ist, wenn Gründer nicht offen miteinander reden können.
Zum Thema Benefits: Vergisst nicht, dass Mitarbeiterbindung im Startup oft genauso über flexibles Zeitmanagement und faire Strukturen läuft wie über formale Benefits. Geld haben junge Startups eh nicht.
Mein Ratschlag: Nicht zu viel grübeln, sondern anfangen – und den Vertrag später anpassen, wenn ihr's besser wisst.
Hallo Sarah,
gute Frage und gut, dass ihr das ernst nehmt! Aus meiner Erfahrung sind das die kritischen Punkte im Gesellschaftervertrag:
1. **Geschäftsführung & Haftung**: Klar regeln, wer Geschäftsführer ist und wie Entscheidungen getroffen werden. Bei mehreren GF braucht ihr Regelungen zu Vertretung.
2. **Kapitalanteile & Einzahlungen**: Exakt festhalten, wer wie viel einzahlt und bis wann.
3. **Gewinnverteilung & Thesaurierung**: Nicht unterschätzen – viele Konflikte entstehen, weil unklar ist, ob Gewinne ausgeschüttet oder reinvestiert werden.
4. **Abfindungsregelungen**: Was passiert, wenn ein Gesellschafter aussteigen will? Zum jetzigen Zeitpunkt ist das abstrakt, aber später entscheidend.
5. **Konkurrenzverbot**: Wollen eure Gründer nebenher was anderes machen?
Bei Benefits für zukünftige Mitarbeiter: Das gehört in Arbeitsverträge, nicht in den Gesellschaftervertrag. Der regelt nur die Beziehung zwischen euch Gründern.
Mein Tipp: Lasst euch einen Vertrag von einem Rechtsanwalt aufsetzen (ca. 500–800 Euro). Das spart euch später tausende Euro Ärger.