Moin zusammen,
ich bin aktuell in Gesprächen mit zwei potenziellen Kooperationspartnern für unser Fintech-Produkt. Beide möchten längerfristig mit uns arbeiten, aber Partner A besteht auf einer Exklusivitätsklausel – wir dürfen also nicht mit direkten Konkurrenten kooperieren. Partner B ist da flexibler.
Aus meiner 15-jährigen CFO-Erfahrung kenne ich solche Klauseln aus großen Konzernverträgen. Dort machen sie oft Sinn, weil die Partner tatsächlich investieren. Aber in einer Startup-Kooperation? Ich bin mir unsicher.
Meine Fragen:
- Wie würdet ihr das bewerten? Begrenzt Exklusivität unseren Spielraum zu sehr, oder ist das normal für Kooperationen?
- Gibt es sinnvolle Kompromisse (zeitliche Befristung, geografische Grenzen)?
- Wann sollte man Exklusivität ablehnen, wann akzeptieren?
Freue mich auf eure Perspektiven – gerade von anderen Gründern, die bereits durch ähnliche Verhandlungen gegangen sind.
Hey Bernd,
aus meiner B2B-Vertriebserfahrung würde ich sagen: Exklusivität ist nicht pauschal schlecht, hängt aber stark vom Partner und Umfang ab. Bei meinem ersten SaaS habe ich eine geografische Exklusivität für DACH-Region akzeptiert – der Partner hat dafür wirklich Push gegeben und uns konkrete Leads gebracht.
Mein Tipp: Frag bei Partner A nach, was die konkrete Gegenleistung ist. Investieren sie in Vertrieb? Garantierte Mindestabnahmen? Wenn ja, kann sich Exklusivität rechnen. Wenn sie nur "sein möchten" ohne echte Ressourcen einzusetzen – würde ich ablehnen.
Bei deiner Größe: Exklusivität zeitlich begrenzen (z.B. 2-3 Jahre) und auf verwandte, nicht auf alle konkurrierenden Märkte beziehen. Das ist ein guter Mittelweg.
Bernd, wichtige Frage. Ich bin gerade in einer ähnlichen Situation, und ehrlich gesagt finde ich Exklusivität im Scale-up schwierig. Je schneller du wächst, desto mehr Partnerschaften brauchst du oft – und Exklusivität hemmt dich.
Mein Ansatz: Nur akzeptieren, wenn der Partner messbar committet. Revenue Share statt Exklusivität, oder wenn Exklusivität, dann mit Mindest-KPIs, die der Partner treffen muss. Sonst kannst du dir selbst aus dem Vertrag herausklagen nach 12-18 Monaten bei Underperformance.
Die Kompromisse, die du erwähnst (Zeit, Geografie), sind absolut sinnvoll. Nutzt du die in deinen Entwürfen schon?
Kurz und knapp: Exklusivität nur, wenn der Partner konkret Umsatz garantiert oder große Ressourcen einsetzt. Sonst ist es ein einseitiges Risiko für dich. Und schau dir deine eigene Pipeline an – kannst du dir wirklich leisten, andere Partner zu ignorieren?