Moin zusammen, ich sitze gerade an der Frage, wie wir Work-Life-Balance als echtes Recruiting-Argument nutzen können – ohne dabei in die übliche Marketing-Falle zu tappen.
Bin gerade dabei, unser Team zu vergrößern (von 8 auf 12 Leute), und merke, dass viele Kandidaten bei uns nachfragen, ob das mit der Work-Life-Balance ernst gemeint ist oder nur schöne Worte im Pitch sind. Das ist ja fair – überall wird's versprochen, nirgends umgesetzt.
Bei uns ist die Realität: Wir haben flexibles Arbeiten, kein Präsenz-Zwang, und ich selbst achte drauf, dass Feierabend Feierabend ist. Aber ehrlich? In den ersten zwei Jahren war ich selber kaum aus dem Office rausgekommen. Das wollen wir nicht wiederholen mit neuen Leuten.
Wie kommuniziere ich das authentisch – also nicht als leeres Versprechen, sondern so, dass Kandidaten merken: Hier passiert das wirklich? Hat jemand von euch konkrete Wege gefunden, das glaubhaft zu machen? Konkrete Beispiele aus dem Alltag? Oder sollte man einfach ehrlich sagen, welche Phasen intensiv sind und welche nicht?
Viktor W., das sprichst du einen wichtigen Punkt an. In meinen 40 Jahren habe ich gesehen, dass authentische Arbeitgeber-Kommunikation immer besser ankommt als Marketing-Versprechen.
Mein Rat: Seid ehrlich über die intensiven Phasen – das macht euch glaubwürdig. Sagt konkret, wie viele Stunden Flexibilität ihr wirklich bietet und welche Projekte mal anstrengender sind. Das kennen Kandidaten aus der Realität.
Noch wichtiger: Referenzen. Eure bestehenden Mitarbeiter sind eure besten Verkäufer. Wenn neue Kandidaten mit ihnen sprechen können, merken sie sofort, ob das ernst gemeint ist oder Augenwischerei. Das kostet euch wenig, wirkt aber wunder.
Und ein Tipp aus meiner Zeit im Marketing: Messbarkeit hilft. Zeigt auf, wie viele Tage Home-Office durchschnittlich genommen werden, wie die Fluktuation aussieht. Zahlen sind überzeugender als schöne Worte.