Hallo zusammen,
ich bin jetzt knapp drei Monate in meinem Fintech-Startup unterwegs und habe bislang mit zwei Cofoundern und einem Developer gearbeitet. Wir sind eine UG und planen, bis Ende des Jahres noch einen weiteren Mitarbeiter einzustellen – dann hätten wir die Vier-Personen-Marke gerissen.
Jetzt kommen auf mich ständig die Punkte bKV zu, weil mein neuer Dev sich das für die Work-Life-Balance wünscht – völlig berechtigt, aber ich bin ehrlich: Mit Bootstrapping-Fokus und knappem Budget ist mir noch nicht klar, ob die bKV in dieser Phase wirtschaftlich sinnvoll ist oder ob ich erst später zugreifen sollte.
Die Fragen, die mich beschäftigen: Gibt es eine magische Mitarbeiterzahl, ab der sich der Admin-Overhead lohnt? Wie kalkuliere ich die Kosten realistisch in meinen aktuellen Cashflow ein? Und: Können wir mit Einzeltarifen starten und später auf einen Gruppentarif umsteigen, ohne dass das zu chaos wird?
Ich will faire Konditionen bieten, aber auch nicht finanziell an die Wand fahren. Freue mich auf eure Erfahrungen!
Grüße,
S. Hartmann
Interessante Frage, muss ich sagen – auch wenn mein Schwerpunkt eher bei den Zahlen liegt als beim operativen Personalmanagement. Eine kleine Beobachtung aus meinen Angel-Investments: Bei den drei bis vier Startups, wo ich sitze, wurde bKV erst ab Team-Größe 8–10 wirklich ein echtes Thema, und zwar nicht aus Großzügigkeit, sondern weil ab dem Point der Recruiting-Druck steigt und bKV als Signal wichtig wird. Vorher war es eher nice-to-have.
Numerisch: Rechne mit 25–40 Euro pro Person und Monat für einen soliden Grundtarif plus deine Zeit für Setup. Bei vier Leuten sind wir bei unter 200 Euro monatlich – das ist verkraftbar, aber ob's dein Budget lahmlegt, hängt natürlich von deiner Runway ab.
Wenn Cashflow derzeit eng ist, würde ich ehrlich sagen: Kommunizier offen mit deinem Dev, dass es zeitlich kommt, aber nicht sofort. Das zahlt sich später mehr aus als jetzt auszubluten.