Hallo zusammen,
als jemand, der beruflich viel mit Gründungsstrukturen und deren steuerlichen Gestaltungen befasst habe, merke ich immer wieder: Viele Gründer unterschätzen systematisch, wie schnell die physische und psychische Belastung eskaliert – besonders im Herbst, wenn die ersten erfolgreichen Monate Fahrt aufnehmen und plötzlich neue Aufgaben reinprasseln.
Ich würde gerne von euch lernen: Wie strukturiert ihr konkret Pausen und Grenzen ein, ohne dass die Gründung darunter leidet? Nicht die üblichen "nimm dir ein Wochenende"-Ratschläge, sondern praktische Systeme – also: Wie haltet ihr eure Arbeitszeiten tatsächlich, wenn der Druck steigt? Nutzt ihr Sachbezüge oder Benefits auch als Burnout-Puffer (z.B. Fitness-Angebot, zusätzliche Flexibilität für die Team-Kultur)?
Mich interessiert auch der internationale Blick: Gibt es Unterschiede in der Kultur von Überarbeitung zwischen Märkten?
Vielleicht habt ihr auch Fehler gemacht, bei denen ihr später dachtet: "Das hätte ich strukturieren sollen" – genau von solchen Lessons Learned würde ich gerne profitieren.
Danke im Voraus!
Kurz und konkret: Bei mir hat ein wöchentliches Deep-Work-Blocking funktioniert – 3 Tage mit Fokus auf Core-Aufgaben, 2 Tage für Meetings/Admin. Tools wie Fibery oder Notion helfen, dass nicht täglich neue Sachen hinzukommen, die man nicht sieht. Aber ehrlich: Ohne Ko-Gründer oder externe Unterstützung sehr hart umzusetzen.
Hans-Jürgen, interessante Perspektive. Ich habe vor zwei Jahren in unserem Nebenprojekt (im Parallelbetrieb zum Hauptjob) ähnliche Probleme gehabt – und dabei gelernt, dass "Grenzen" ohne echte Konsequenz nicht funktionieren.
Bei uns hat sich ein Modell bewährt, das ich aus etablierten Mittelständlern kenne: Feste Offline-Zeiten, nicht Flexible. Also nicht "ich versuche, ab 19 Uhr offline zu sein", sondern "ab 19 Uhr ist Schluss, Punkt". Das ist schwieriger, als es klingt, wenn man allein investiert hat.
Zu deinen internationalen Märkten: In Deutschland funktionieren auch Sachbezüge sehr gut – besonders Fitness oder Wellness-Budget, das Gründer mit ihrem Team nutzen können. Das schafft Kultur UND verankert Pausen strukturell. Die Steuerfreiheit (bis 600€/Jahr) macht es auch wirtschaftlich sinnvoll.
Mein Tipp: Definiert zusammen mit eurem Team, was nicht länger als 50 Stunden pro Woche sein darf – und messt das real. Klingt banal, aber ohne Metriken passiert nichts.
Hast du auch erlebt, dass Gründer, die internationalisieren, besonders hart arbeiten? Das könnte auch ein Hebel sein: gezielt Pausen in der Expansion einplanen, nicht danach.