Hi zusammen,
wir bauen gerade ein kleines Export-Geschäft auf (Outdoor-Equipment) und haben jetzt die ersten größeren Bestellungen aus den USA reinbekommen. Bisher läuft alles über unser normales Geschäftskonto in Euro, aber langsam macht mich das Wechselkursrisiko nervös.
Letzte Woche war der Dollar bei 0,87 EUR, heute schon wieder bei 0,91... Bei unseren Margen von 15-20% frisst sowas richtig rein. Vor allem wenn zwischen Angebot und Zahlung manchmal 4-6 Wochen liegen.
Hat jemand von euch Erfahrung mit USD-Fremdwährungskonten? Macht es Sinn, die Dollar-Einnahmen erstmal auf einem USD-Konto zu parken und dann zu günstigen Zeitpunkten zu wechseln? Oder ist das am Ende nur noch mehr Aufwand?
Wir rechnen für diesen Sommer mit ca. 80.000$ Umsatz aus Amerika, falls das relevant ist. Die meisten Zahlungen kommen per Überweisung rein.
Welche Bank bietet sowas überhaupt vernünftig an? Und wie läuft das steuerlich - kann ich die Kursdifferenzen als Verlust/Gewinn verbuchen?
Danke schonmal!
Wir haben auch Export nach USA und nutzen seit 2 Jahren Revolut Business für USD. Funktioniert super, aber Achtung bei größeren Beträgen - manchmal wird's gesperrt und du musst erstmal Nachweise liefern.
Bei Wise waren die Überweisungen aus USA manchmal 3-4 Tage verzögert. Bei Revolut meist am nächsten Tag da. Gebühren sind ähnlich.
Aus meiner Sicht überschätzt du das Risiko etwas. Bei 80k$ Jahresumsatz reden wir über max. 3-4k€ Kursschwankung im worst case. Dafür einen extra Account aufzumachen und die ganze Buchhaltung zu verkomplizieren...
Alternativ: Biete deinen US-Kunden einfach Währungsaufschläge an. "Preis in USD kann sich bei Kursschwankungen über 2% anpassen" oder sowas. Machen viele Exporteure so.
Wenn du trotzdem ein USD-Konto willst: Deutsche Bank hat vernünftige Konditionen, aber hohe Mindesteinlagen. Commerzbank geht auch. Wise ist wie Andreas schreibt okay, aber aufpassen - die sind kein echte Bank.
Danke euch beiden! @T.Wagner - das mit den Währungsaufschlägen ist ne gute Idee, aber unsere Kunden sind sehr preissensitiv. Outdoor-Markt ist brutal umkämpft.
@Andreas84 - Wise schau ich mir mal an. Hattest du schon mal Probleme mit denen? Und wie schnell sind die Überweisungen aus USA?
Nur kurz: Bei dem Volumen würde ich definitiv hedgen. Forward-Kontrakte bei der Bank sind auch ne Option - da legst du heute schon den Kurs für künftige Zahlungen fest.