Hey zusammen,
nach 15 Jahren Pause bin ich wieder ins Gründen eingestiegen und merke jetzt, dass ich meine Ersparnisse irgendwie sinnvoll anlegen sollte – nicht alles ins Startup, aber auch nicht auf dem Sparkonto verschwinden lassen.
Ich höre überall vom "Weltportfolio", verstehe aber ehrlich gesagt nicht richtig, wie das funktioniert. Ist das dieses Schema mit 70/30 oder 60/20/20? Und wie unterscheidet sich das von einfach ETFs kaufen?
Mein Gedanke: Ich hätte gerne eine Strategie, die breit gestreut ist, nicht zu viel Zeit braucht (als Gründer bin ich ständig im Pitch und Sales-Modus) und auch verträgt, dass ich mal 2-3 Monate nicht reingucke. Reicht auch eine Direktbank oder sollte ich einen Berater nehmen?
Wie macht ihr das? Habt ihr ein einfaches System, oder beschäftigt ihr euch aktiv damit?
Das ist eine der wichtigsten Fragen als angehender Gründer! Ich selbst evaluiere ständig zwischen Geschäftsideenentwicklung und privater Sicherheit. Das Weltportfolio ist im Kern eine Vereinfachung des klassischen modernen Portfolios – statt eines Bankers mit teuren Einzelaktien brauchst du nur 4-5 Kern-ETFs. Für die Validierung: Schau dir mal die Literatur von Kommer oder Gerd Kommer an, da wird das System wirklich verständlich. Konkrete Startausstattung: Depotkonten bei Trade Republic oder Scalable Capital eröffnen (Eröffnung unter 10 Min), monatlich sparen, fertig. Der Vorteil für Gründer: Du denkst nicht aktiv drüber nach und kannst dich auf dein Geschäft konzentrieren.
Kurz und knapp: Weltportfolio = Alle-Eier-in-verschiedene-Körbe-Strategie mit ETFs. Für Gründer perfekt.
Nach 40 Jahren im Controlling kann ich dir sagen: Das Weltportfolio ist die intelligenteste Erfindung der modernen Geldanlage – für Gründer erst recht. Die mathematische Basis ist solide: Du gibst dein Geld in Index-ETFs, nicht in aktive Fonds, wo Manager versuchen den Markt zu schlagen (spoiler: fast keinem gelingt das dauerhaft). Für deine Situation konkret: Leg dir 60-70% in World & EM ETFs, 20-30% in Bonds, evtl. 10% Cash. Das ist insofern wertvoll für dich: Du brauchst keinen Steuerberater dafür, die Gebühren sind minimal (unter 0,2% p.a.) und es ist psychologisch stabil – du paniker nicht bei Marktabfällen. Mein Tipp: Nutze die Toolbox, um das Risiko des Startups durch breite Streuung privat auszugleichen.
Andreas, hier kommt die Steuerseite hinzu. Das Weltportfolio mit ETFs ist steuerlich in Deutschland extrem elegant geworden seit der Thesaurierungsvariante optimal besteuert wird. Konkret: Nimm thesaurierende (nicht ausschüttende) ETFs – dann zahlst du Kapitalertragsteuer erst beim Verkauf, nicht jedes Jahr. Für World, EM und Bonds gibts überall gute Optionen. Wichtig: Such die ETFs mit ISIN raus, nicht nach Namen. Und für deine Situation als Gründer: Ein einfaches Depot – keine Einzelaktien, keine aktiven Fonds. Trade Republic oder Scalable Capital, 3-5 ETFs, monatlich 300-500€ wenn es dir passt, fertig. Das reduziert auch die mentale Last erheblich. Mehr dazu könnte ich noch bei Steuerfragen für Startups erläutern.