Hey zusammen,
wir stehen kurz vor einer neuen Finanzierungsrunde und unser Anwalt hat sowohl Convertible Notes als auch klassische Wandeldarlehen erwähnt. Ehrlich gesagt blicke ich bei den ganzen Begriffen nicht mehr durch...
Ich verstehe grob das Prinzip - man bekommt erstmal Geld als Darlehen und bei der nächsten Runde wandelt sich das in Anteile um. Aber was sind die konkreten Vor- und Nachteile? Und wo liegt überhaupt der Unterschied zwischen den beiden?
Besonders interessiert mich:
- Welche Variante ist für Startups günstiger?
- Was bedeutet das für die Bewertung später?
- Wie sieht es mit den Zinsen aus?
- Gibt es steuerliche Unterschiede?
Wir wollen die Entscheidung nicht übers Knie brechen, aber unser Investor drängt langsam auf eine Antwort. Da ich nächste Woche eh erstmal in Urlaub fahre, würde ich das gerne vorher klären.
Hat jemand Erfahrung mit beiden Varianten? Worauf sollte man besonders achten?
Danke schonmal!
Hi TobiasK,
gute Frage! Hab mich damals auch durch den ganzen Begriffsdschungel kämpfen müssen.
Kurz gesagt: Convertible Notes sind eher das US-amerikanische Pendant zu unseren deutschen Wandeldarlehen. Bei Convertible Notes hast du oft Caps (Bewertungsobergrenzen) und Discounts, während deutsche Wandeldarlehen meist direkter strukturiert sind.
Vorteile von Convertible Notes:
- Schneller abschließbar
- Bewertungsdiskussion wird vertagt
- Oft investorenfreundlicher (Discount + Cap)
Nachteile:
- Komplexere Struktur
- Kann bei nächster Runde zu Verwässerung führen
- Rechtlich noch nicht so etabliert in Deutschland
Wandeldarlehen sind hier rechtlich sauberer und für deutsche Startups meist die bessere Wahl. Die steuerliche Behandlung ist auch klarer geregelt.
Mein Tipp: Lass dir von eurem Anwalt beide Varianten konkret durchrechnen lassen. Je nach Investor und geplanter Serie A kann das einen großen Unterschied machen.
Viel Erfolg und schönen Urlaub!