Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade mit der Frage, wie viel Urlaubstage für ein junges Startup realistisch sind. Mein Hintergrund: Ich habe in größeren Unternehmen gearbeitet, wo 30 Tage Standard waren. Jetzt beraten wir mehrere Gründer beim Aufbau ihrer HR-Strukturen, und da sehe ich sehr unterschiedliche Ansätze.
Einige sagen: "Im Startup müssen alle mitziehen, 20 Tage reichen." Andere argumentieren: "Wer Talente halten will, muss mindestens 25 Tage bieten, sonst verlieren wir zum Mittelstand."
Mein Eindruck aus den letzten Monaten: Es geht nicht nur um die Anzahl, sondern auch um die *Flexibilität* – wie die Tage genommen werden, ob Überstunden honoriert werden, wie "Pausen" im Team geregelt sind.
Wie handhabt ihr das in euren Startups? Gibt es eine Faustregel für verschiedene Wachstumsphasen? Und wie kommuniziert man das im Recruiting, ohne wie ein Ausbeuter zu wirken?
Freue mich auf eure Praxiserfahrungen.
Guter Punkt, Sabine. Ich merke in meinem Setup gerade, dass die Flexibilität oft wichtiger ist als die absolute Zahl. Bei uns im Early Stage haben wir 23 Tage festgelegt, aber das Wichtigste: Die Leute können sich absprechen und nehmen die Tage, wann es passt – nicht stur nach Plan.
Bei der Expansion, die ich plane, will ich da aber transparenter werden. Was ich gelernt habe: Wenn der Gründer selbst nur 10 Tage nimmt, kann man nicht 25 Tage erwarten. Die Kultur muss passen. Meine Erfahrung mit fehlgeschlagenen Kooperationen hat mir gezeigt, dass solche impliziten Regeln später zu Konflikten führen. Lieber von Anfang an transparent sein.
Sabine, super Frage. Ich beschäftige mich gerade mit Work-Life-Balance im Konzern vs. Startup und sehe da einen interessanten Konflikt: Startups versprechen oft Flexibilität, aber die Menschen wollen trotzdem Sicherheit beim Urlaub.
Mein Tipp: Macht eine klare Regel (25-28 Tage halte ich für fair), aber bindet es an Leistung und Phasen. In der Seed-Phase können es weniger sein, mit der Serie A dann automatisch mehr. Das zeigt: Wir wachsen zusammen. Und wichtig – dokumentiert es im Arbeitsvertrag von Tag 1, nicht erst später per Mail. Da hab ich schon ähnliche Diskussionen gesehen, wo es später zu Problemen führte.