Hi zusammen, ich bin etwas frustriert und hoffe auf einen praktischen Rat von euch.
Ich bin Projektleiter in Vollzeitanstellung und entwickle nebenbei eine B2B SaaS-Lösung. Das Problem: Mein Backlog ist mittlerweile riesig geworden, aber ich habe keine klare Strategie, wie ich das priorisieren soll. Ich bin maximal 10-15h pro Woche für die Entwicklung verfügbar, und ständig landen neue Feature-Ideen auf meiner Liste – von Kundenrückmeldungen, eigenen Gedanken oder Wettbewerbsbeobachtung.
Moment: Im August ist sowieso viel ruhiger, da ich grad Urlaub hatte und die Gedanken sortieren kann.
Meine Frage: Wie setzt ihr Prioritäten, wenn die Zeit begrenzt ist? Sollte ich nach Impact arbeiten, nach Aufwand, nach Kundennachfrage? Gibt es einfache Frameworks dafür? Ich kenne MoSCoW-Methode, bin da aber eher skeptisch, ob das für ein kleines Team mit wenig Zeit wirklich passt.
Nebenbei: Ich überlege auch gerade, ob ich das Ganze später als UG oder GmbH aufziehen sollte – aber first things first, das Backlog muss raus aus meinem Kopf.
Wolfgang M.:
Gutes Timing mit deiner Frage! Ich hab das bei meinen Startups ähnlich erlebt. Mein Tipp: Vergess MoSCoW für deine Situation – das ist zu statisch.
Was mir geholfen hat: Ich priorisiere nach drei Fragen:
1. Welche Features bringen mich näher zu Marktvalidierung oder zahlen Kunden?
2. Welche Technical Debts blockieren mich später bei der Skalierung?
3. Was kann ich in einer 4-Stunden-Session abschließen?
Bei limitierter Zeit brauchst du Quick Wins. Ich würde das Backlog radikal abspecken – alles raus, was nicht in den nächsten 4 Wochen live gehen kann. Der Rest ist Rauschen.
Zum Rechtliche Thema: Das ist völlig sekundär im August. Erst wenn ihr PMF habt und seriös monetarisiert. UG ist schneller gegründet, aber für SaaS später oft umständlich. Fokus: Validierung.
Marcus B.:
Bin da ehrlich: Mit 10-15h Wochenkapazität musst du extrem unbarmherzig sein. Nicht nur das Backlog priorisieren, sondern auch akzeptieren, was du NICHT machst.
In meinem zweiten Startup arbeite ich mit einem einfachen Ansatz: Jede Woche maximal 3 Items. Punkt. Alles andere wartet. Ich schaue, was aktuell Kunden am meisten schmerzt oder wo ich sie am ehesten zum Zahlen bringe. Der Rest ist nice-to-have.
Zu deinem Punkt mit der Rechtsform: Ich hab auch als UG angefangen und später umgewandelt. Kostet Zeit, aber kein Drama. Würde ich erst nach Series A oder wenn Investoren kommen überlegen.