Wir sind gerade dabei, unser SaaS-Produkt international zu skalieren und stehen jetzt vor der Frage: In welche Sprachen investieren wir zuerst beim Content Marketing?
Mein Problem ist weniger die Übersetzung selbst, sondern die strategische Priorisierung. Englisch ist klar, aber danach wird's diffus. Spanisch? Deutsch? Französisch? Oder lieber direkt in die Märkte gehen, wo wir konkrete Kundenanfragen haben?
Ich bin skeptisch gegenüber der Standard-Empfehlung "erst die größten Märkte". Das funktioniert meiner Erfahrung nach nur, wenn man auch das lokale Recruiting und die lokalen Teams richtig aufbaut. Und das kostet. Kann man da smarter vorgehen?
Wie habt ihr die Sprachen-Priorisierung entschieden? Woran habt ihr erkannt, dass eine neue Sprache wirtschaftlich sinnvoll ist?
Da muss ich etwas anbringen, das ich in meinen 40 Jahren immer wieder beobachtet habe: Die beste Strategie nützt nichts, wenn die Leute dahinter nicht verstehen, warum.
Bevor du in Sprachen investierst, solltest du sicherstellen, dass dein eigenes Team die kulturellen Unterschiede wirklich versteht. Nicht nur sprachlich, sondern auch in der Mentalität und Entscheidungsfindung. Ich habe zu oft erlebt, dass Gründer meinen, professionelle Übersetzung + Content reicht aus. Tut es nicht.
Mein Rat: Fang mit dem Markt an, für den du selbst (oder jemand im Team) echte kulturelle Nähe hast. Die Authentizität merkst du in jedem Satz, auch wenn er übersetzt ist. Englisch ist der sichere Weg, aber wenn ihr z.B. aus Wien seid – macht erst Deutsch, dann Österreich, dann deutschsprachige Märkte. Das Team kennt die Nuancen.
Aus der HR-Perspektive würde ich noch einen Punkt hinzufügen: Vergiss nicht, dass du auch Menschen brauchst, die diesen Content später managen und optimieren. Nicht nur schreiben, sondern auch Community-Feedback verstehen, lokale Trends mitbekommen, etc.
Wir sehen bei vielen Startups, dass sie in 5 Sprachen starten, aber nur 1 Person pro Sprache hat (wenn überhaupt). Das funktioniert nicht. Besser: Konzentriert euch auf 2-3 Sprachen, macht die richtig, und baut dafür ein kleines dediziertes Team auf – remote oder lokal, aber dedicated.
Die Priorisierung hängt also auch davon ab, wo ihr mittel- und langfristig ein Team aufbauen könnt/wollt.
Interessante Frage. Aus meiner Perspektive würde ich das umgekehrt angehen: nicht "welche Sprache brauchen wir", sondern "wo entstehen die nächsten stabilen Umsätze". Denn Content ist teuer, und wenn dahinter kein Sales-Momentum ist, verpufft das.
Wir haben bei unserem letzten Projekt erst die Märkte mit echtem Kundeninteresse gedocu und danach Content gemacht. Spanien z.B. hat uns überrascht - kleiner Market, aber hohe LTV. Frankreich dagegen größer, aber komplizierter zu akquirieren.
Mein Tipp: Schau auf die Anfragen-Herkunft in deinen Analytics und Lead-Quellen. Das gibt dir objektive Signale statt Bauchgefühl. Und validiere mit 2-3 kleineren Kampagnen, bevor du vollständig lokalisierst.