Hallo zusammen,
ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit der Frage, ab wann es sich rechnet, einen Vollzeit-Assistenten einzustellen. Momentan mache ich noch alles selbst - von der Buchhaltung über Terminkoordination bis hin zur E-Mail-Bearbeitung. Das kostet mich täglich mindestens 2-3 Stunden, die ich eigentlich für strategische Aufgaben nutzen könnte.
Mein Unternehmen läuft gut, aber ich bin unsicher, ob der Schritt zu einem festen Assistenten zu früh wäre. Die Kosten sind ja nicht ohne - zwischen 35-45k im Jahr für jemand Vernünftiges, plus Nebenkosten. Dazu kommt die Einarbeitungszeit und das Risiko, dass es nicht passt.
Wie habt ihr das gemacht? Ab welchem Jahresumsatz oder welcher Unternehmensgröße habt ihr den ersten Assistenten geholt? Oder arbeitet ihr immer noch alles selbst ab und habt andere Lösungen gefunden?
Ich schwanke zwischen "ist noch zu früh" und "hätte schon längst machen sollen". Freue mich auf eure Erfahrungen!
Viele Grüße
Gerhard
Aus meiner Sicht solltest du das rein rechnerisch betrachten. Wenn deine Zeit pro Stunde mehr wert ist als was ein Assistent kostet, dann rechnet es sich. Bei 45k Jahresgehalt sind das etwa 22€/Stunde. Wenn du in den 2-3 Stunden täglich mehr als 50-70€ zusätzlichen Umsatz generieren kannst, ist es ein No-Brainer.
Bei mir war der Break-Even bei ca. 180k Jahresumsatz erreicht. Hab damals auch gezögert, aber rückblickend hätte ich es früher machen sollen. Die Entlastung ist enorm und du kannst dich auf die Dinge konzentrieren, die wirklich nur du machen kannst.
Kommt drauf an was du unter "Assistent" verstehst. Klassische Sekretärin oder eher VA der auch Content macht?
Ich würd erstmal mit Tools anfangen - Calendly für Termine, Zapier für Automatisierung usw. Kostet n Bruchteil und nimmt dir schon viel ab. Vollzeit-Kraft würd ich erst ab 300k+ Umsatz nehmen, außer du hast wirklich mega viel Admin-Kram.
Also bei mir hat's sich ab etwa 200k gelohnt. Vorher hab ich mit verschiedenen virtuellen Assistenten experimentiert - das war günstiger aber auch aufwendiger zu koordinieren.
Was ich gelernt hab: such dir jemanden der schon Erfahrung mit Gründern hat. Die verstehen besser, dass sich Prioritäten schnell ändern können. Und fang mit nem Teilzeitvertrag an, 20-25 Stunden. Kannst ja später aufstocken.
Bezüglich Recruiting hatte ich übrigens hier schon mal geschrieben: Recruiting ohne HR-Budget: LinkedIn Premium vs. persönliches Netzwerk? - ähnliche Überlegungen gelten auch für Assistenten.