Ich plane gerade die Gründung einer UG und bin gerade bei der Kontosuche gelandet. Überall lese ich unterschiedliche Infos: Die eine Bank sagt, ich brauch ein separates Geschäftskonto, die andere meint, das sei optional. Dazu kommen diese merkwürdigen Anforderungen wie Identifizierung, Gewerbeanmeldung, Handelsregister-Eintrag – wo genau sind da die rechtlichen Grenzen und wo verkauft mir einfach nur ein Bankberater zusätzliche Services?
Mich interessiert weniger die Marketing-Blabla der Neobanks, sondern: Was ist faktisch gesetzlich verpflichtend? Muss ich wirklich sofort ein Business-Konto haben oder reiche ich die Gründung erst mit meinem privaten Konto ein? Sind die Gebühren bei klassischen Banken wirklich günstiger als bei den digitalen Anbietern, oder ist das auch nur wieder so ein Hype-Vergleich, bei dem man Äpfel mit Birnen vergleicht?
Hat jemand das gerade durch und kann mir sagen, wo die echten Fallstricke liegen – nicht die theoretischen, sondern die praktischen Probleme, die es später gibt?
Markus, gute Frage – und ja, da wird dir viel Unsinn erzählt. Rechtlich verpflichtet bist du zu einem separaten Geschäftskonto nur, wenn du als GmbH/UG ins Handelsregister eingetragen bist. Das ist faktisch der Fall – also brauchst du ein Konto auf den Namen der UG. Mit privatem Konto geht's nicht, weil die UG eine juristische Person ist.
Jetzt zur wichtigen Unterscheidung: Was optional ist, sind die ganzen Add-ons. Du brauchst nicht die fancy Automatisierung, nicht die App mit fünf Kartentypes, nicht die sofortige SEPA-Integration. Ich hab das bei meinen letzten drei Gründungen mit klassischen Sparkassen-Konten gemacht – deutlich teurer in den Gebühren (15–20€/Monat), aber dafür einen echten Ansprechpartner.
Die Neobanks sind bei Gebühren günstiger, aber nur, wenn du nicht häufig in Echtzeit Probleme klären musst. Im August, wenn Zahlen ausfallen oder Rückbuchungen kommen, merkst du schnell, wer dir hilft und wer nicht.
Das ist eine klasse Frage, weil ich gerade das gleiche durchmache. Ich bin bei einer Nachhaltigkeits-Idee und wollte auch minimalistisch starten. Was ich rausgefunden habe: Du brauchst das Konto, bevor du ins Handelsregister kommst – oder danach, je nachdem wie du gründest. Die Reihenfolge ist wichtig. Hast du das schon mit deinem Steuerberater geklärt?
Hallo Markus, ich bin noch relativ neu im Thema aber arbeite gerade an meiner Gründung und will mich hier absichern. Das mit der UG interessiert mich auch, weil ich dachte, das ist billiger als eine GmbH. Kann ich dich fragen: Macht es einen Unterschied, ob ich online eine Bank mit sofortiger Eröffnung suche oder ob ich zur klassischen Bank gehe – auch rechtlich?
Ich starte gerade selbst mit einer Gründung und hab das mit meinem alten Konzern-Background zu unterschätzt. Die Bank will jetzt von mir Gesellschafterauskunft, Gründungsvertrag, eine ganze Liste. Was ich unterschätzt habe: Das Onboarding dauert mitunter 5–10 Tage, wenn nicht alles perfekt ist. Versichert dich, dass dein Gründungsvertrag in die richtige Form ist, sonst blockiert dich die Bank monatelang.