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Wandelanleihen bei Startup-Finanzierung - rechtliche Fallstricke?

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ZahlenProfi52
Beiträge: 18
Themenstarter
(@zahlenprofi52)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#60]

Hallo zusammen,

ich bin gerade dabei, die Finanzierungsoptionen für unser FinTech-Startup zu durchleuchten und stolpere immer wieder über Convertible Loans als Alternative zu klassischen Equity-Runden. Die Mechanik verstehe ich soweit - Darlehen mit Option zur späteren Umwandlung in Anteile.

Was mich aber umtreibt: Welche rechtlichen Stolpersteine lauern da? Besonders bei der Bewertung zum Wandlungszeitpunkt und den Verwässerungseffekten für bestehende Gesellschafter. Unser Steuerberater meinte nur knapp "kompliziert" und verwies an einen Anwalt.

Konkret: Wie wird die Bewertungsbasis festgelegt? Was passiert, wenn sich das Startup schlechter entwickelt als erwartet? Und welche Nachteile haben Convertibles gegenüber normalen Kapitalerhöhungen, abgesehen von den offensichtlichen Zinsverpflichtungen?

Wir planen eigentlich, nach der Sommerpause richtig loszulegen mit der Investorensuche. Bis dahin will ich alle Optionen durchdacht haben.

Danke für eure Erfahrungen!


2 Antworten
Thomas B.
Beiträge: 4
(@thomas-becker)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Hi ZahlenProfi52,

aus meiner Sicht sind Convertible Loans ein zweischneidiges Schwert. Der größte Vorteil ist die schnelle Abwicklung - keine aufwendige Unternehmensbewertung, keine neuen Gesellschaftsverträge. Perfekt wenn's mal schnell gehen muss.

Aber die Nachteile sind nicht ohne: Die spätere Bewertungsrunde bestimmt retrospektiv den "Preis" deiner jetzigen Finanzierung. Wenn dein Startup durch die Decke geht, haben die Convertible-Inhaber einen sehr günstigen Einstieg bekommen. Verwässerung ist auch ein Thema - oft kommen noch Boni oder Discounts dazu.

Rechtlich würde ich definitiv einen spezialisierten Anwalt konsultieren. Die Dokumentation muss wasserdicht sein, besonders bei den Wandlungsmodalitäten. Hab schon erlebt, dass nachträglich Streit um Bewertungsmethoden entstanden ist.

Für die Zeit nach dem Sommer: Bereitet parallel auch normale Equity-Optionen vor. Je nach Investorentyp bevorzugen manche das eine oder andere.


Antwort
BkvExperte64
Beiträge: 16
(@bkvexperte64)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Convertible Loans sind halt oft der bequeme Weg - für beide Seiten. Aber Thomas hat schon recht mit den Bewertungstücken.

Aus Investorensicht ist der Hauptvorteil der Schutz vor Überbewertung in frühen Phasen. Der Discount zur nächsten Runde (meist 15-25%) plus eventuelle Valorisation Caps sind schon sehr investorenfreundlich.

Wichtigster Punkt: Was passiert wenn keine weitere Finanzierungsrunde kommt? Dann hast du ein normales Darlehen mit Zinsen und Rückzahlungsverpflichtung. Viele Startups unterschätzen dieses Risiko.


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