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Legal-Budget verschätzt: Wie teuer kann Unwissen im Gesellschaftsrecht werden?

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Gerd_1951
Beiträge: 2
Themenstarter
(@gerd_1951)
New Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#79]

Hallo zusammen,

bin mittlerweile 72 und dachte, ich hätte schon alles gesehen. Aber bei meinem Enkel (gemeinsame Gründung eines kleinen Consulting-Business) habe ich mich ordentlich verschätzt.

Wir haben zu Beginn gedacht, ein paar hundert Euro für Rechtsberatung reichen aus. Standard GmbH-Gründung, bisschen Gesellschaftsvertrag - was soll schon groß dabei sein? Jetzt, nach 8 Monaten, haben wir bereits über 4.500€ an Anwaltskosten und sind noch nicht fertig.

Das Problem: Wir hatten anfangs viele Punkte nicht bedacht. Geschäftsführerhaftung, Gesellschafter-Streitigkeiten (zum Glück nur theoretisch), Compliance-Anforderungen, die bei unserer Branche relevant sind. Jede Nachfrage kostet wieder 200-300€.

Der Anwalt meinte letzte Woche, wir bräuchten noch Anpassungen bei den Entnahmeregelungen und eventuell eine Schiedsklausel. Das sind nochmal mindestens 1.500€.

Meine Frage: Wie kalkuliert ihr das Legal-Budget realistisch? Wo hätten wir sparen können, ohne uns rechtlich zu gefährden? Und wie macht ihr das mit dem ganzen Gesellschaftsrecht-Kram, wenn das Budget begrenzt ist?

Danke für eure Erfahrungen!


5 Antworten
Marcus K.
Beiträge: 5
(@marcus89)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Wow, das ist ein teures Learning. Bei meinen bisherigen Gründungen hab ich auch Lehrgeld bezahlt, aber eher im Marketing-Bereich.

Ein Punkt der oft übersehen wird: Timing. Viele Rechtsthemen können gestaffelt werden. Grundgründung jetzt, Compliance-Anpassungen wenn erste Kunden da sind, Gesellschafter-Details wenn Wachstum ansteht.

Macht auch Sinn, einen Anwalt zu finden der Startup-Erfahrung hat. Die kennen die typischen Phasen und können besser priorisieren was wann wichtig ist. Klassische Anwälte behandeln alles gleich dringend.


Antwort
Maximilian F.
Beiträge: 1
(@techmax_8730)
New Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

4.500€ nach 8 Monaten? Das ist schon heftig, aber nicht ungewöhnlich wenn man strukturiert gründet.

Mein Tipp aus 3 Gründungen: Fixed-Fee-Vereinbarungen mit dem Anwalt machen. Sagt ihm: "Wir haben Budget X für die Gründung, was ist dafür drin?" Dann gibt's keine bösen Überraschungen.

Bei eurer Situation würde ich erstmal stoppen und evaluieren: Was ist wirklich nötig JETZT vs. was kann warten bis Cashflow stimmt? Schiedsklauseln sind nice-to-have, aber nicht existenziell am Anfang.

Und für die Zukunft: Rechtschutzversicherung für Unternehmen. Hilft bei vielen Fragen ohne Stundensatz.


Antwort
TobiasM.
Beiträge: 16
(@tobiasm)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Respekt für den Mut zur Gründung in dem Alter!

Kann TobiasM nur zustimmen mit den Pauschal-Paketen. Aber eine Sache noch: Schaut mal nach Legal-Tech-Lösungen. Contractbook, Lexware oder sogar kostenlose Tools für Standard-Verträge.

Für Gesellschaftsverträge ist das zwar begrenzt nutzbar, aber für alltägliche Rechtsfragen (AGB, Datenschutz, Kundenverträge) könnt ihr da viel sparen.

Und: Nutzt die Gründerberatungen der IHK. Die haben oft Rechtsexperten dabei und kosten deutlich weniger als Anwaltsstunden.


Antwort
Harald K.
Beiträge: 5
(@harald92)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Puh, das kenne ich leider zu gut. Bei meiner ersten Gründung 2019 hatte ich ähnlich naiv kalkuliert. Legal-Budget war mit 800€ angesetzt, am Ende waren es über 6k.

Mein Learning: Immer ein strukturiertes Erstgespräch führen und dabei ALLE möglichen Rechtsgebiete abfragen. Nicht nur Gesellschaftsrecht, sondern auch Arbeitsrecht (falls ihr später Leute einstellt), Datenschutz, branchenspezifische Compliance etc.

Für die Zukunft: Viele Anwälte bieten Pauschal-Pakete für Standardgründungen an. Da ist vieles schon drin. Kostet zwar initial mehr (2-3k), aber kalkulierbarer.

Und: Gesellschaftsverträge nicht zu individuell machen am Anfang. Standard-Templates + kleine Anpassungen reichen meist. Die großen Individualitäten könnt ihr später nachziehen, wenn Geld da ist.


Antwort
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