Hallo zusammen,
wir sind jetzt bei 5 Mitarbeitern angekommen und ich frage mich langsam, ob eine betriebliche Krankenversicherung (bKV) für uns sinnvoll ist. Im Bankwesen war das selbstverständlich, aber als Fintech-Startup mit kleinem Budget muss ich jeden Euro zwei Mal umdrehen.
Meine Überlegung: Macht eine bKV in dieser Gründungsphase wirtschaftlich Sinn? Was kostet das realistisch pro Kopf? Und wie sehr hilft es mir beim Recruiting – kann ich damit punkten, oder erwarten das ohnehin nur große Konzerne?
Ich habe gehört, dass man auch mit Sachbezügen und gezielten Zuschüssen arbeiten kann, statt gleich eine Vollversicherung zu fahren. Gibt es hier Erfahrungen aus anderen Startups?
Besonders interessiert mich: Bei welcher Teamgröße lohnt sich das erste Mal wirklich, und welche Anbieter sind für kleine Teams nicht völlig überteuert?
Danke schon mal für Input!
Kurze Gegenfrage: Wie ist denn eure aktuelle Situation bei den Mitarbeitern – sind es eher Tech-Leute oder auch kaufmännische? Das macht einen Unterschied, ob Benefits beim Recruiting überhaupt eine Rolle spielen.
Ich baue noch nebenbei auf Consulting-Income und nutze das bewusst, um meine SaaS lean zu halten. Das heißt: Auch meine potenziellen MAs sehen, dass ich als Gründer noch mitarbeite und nicht gleich alles auf Krake fahre. Da ist dann auch ne "schlanke" Benefit-Struktur nicht peinlich. Sachbezüge wie Homeoffice-Equipment-Budget oder regelmäßige Weiterbildung (die kannst du steuerlich optimieren) fand ich deutlich attraktiver als irgendeine Versicherung, deren Leistungen keiner so richtig kennt. Mach es nicht zu kompliziert in dieser Phase.
Hi S.Hartmann,
das ist eine gute Frage und ich hab mich damit auch gerade auseinandergesetzt. Bei 5 MA würde ich ehrlich sagen: noch nicht nötig. Die Kostenersparnis gegenüber privaten Lösungen ist in der Größenordnung marginal, und administrativ ist es ein Aufwand.
Was bei mir funktioniert hat: Erst mal ein solides Gehaltsbudget fahren und dann gezielt Healthcare-Zuschüsse oder Online-Fitnessstudio anbieten. Das kostet dich 30-50€ pro Person/Monat und signalisiert trotzdem "mir ist deine Gesundheit wichtig".
Ab 15-20 MA rechnet sich dann eine echte bKV. Dann sparst du wirklich Geld und der Benefit ist für Recruiting relevant. Jetzt würde ich das Geld lieber in Salär stecken – das motiviert mehr.
Mark aus meinem letzten Projekt hatte mit Allianz (KMU-Tarif) ganz gute Erfahrungen, aber eben erst ab einer bestimmten Größe.