Lisa hat vor drei Wochen ihre Pre-Seed-Runde geschlossen. 400.000 Euro sitzen auf dem Geschäftskonto ihrer frisch gegründeten GmbH. Die ersten Gehälter sind überwiesen, der Steuerberater bezahlt, das Büro angezahlt. Trotzdem liegt noch ein sechsstelliger Betrag auf einem Konto, das null Prozent Zinsen bringt – oder, bei manchen Neobanken, sogar Verwahrentgelte kostet. Jeden Monat frisst die Inflation ein Stück von diesem Geld weg. Nicht dramatisch, nicht akut, aber real. Lisa weiß das. Sie weiß auch, dass sie dieses Geld in sechs bis neun Monaten brauchen wird, also kann sie es nicht in Aktien stecken oder langfristig binden. Aber sie fragt sich, ob es wirklich keine bessere Option gibt, als es einfach liegen zu lassen. Diese Frage stellen sich gerade viele in der Gründer-Community. Und eine der Antworten, die dabei immer wieder auftaucht, heißt Unitplus.
Was Unitplus eigentlich ist – und was nicht
Unitplus ist eine europäische Finanzplattform, die Privatpersonen und kleinen Teams Zugang zu Geldmarktfonds verschafft. Das klingt erst einmal technisch, ist aber im Kern recht einfach zu verstehen. Geldmarktfonds sind Investmentfonds, die ihr Kapital in kurzlaufende, hochwertige Schuldtitel investieren – also etwa in Staatsanleihen mit wenigen Wochen oder Monaten Restlaufzeit, in Pfandbriefe oder in kurzfristige Unternehmensanleihen von Emittenten mit erstklassiger Bonität. Diese Fonds wurden jahrzehntelang fast ausschließlich von institutionellen Anlegern genutzt: Banken, Versicherungen, großen Konzernen, die ihre Liquiditätsreserven dort kurzfristig geparkt haben. Für Privatpersonen oder kleine Unternehmen waren sie schlicht nicht zugänglich, weil die Mindestanlagesummen bei Hunderttausenden oder Millionen lagen.
Unitplus hat diesen Zugang demokratisiert, wenn man so will. Über die Plattform können Nutzer bereits mit kleinen Beträgen in regulierte UCITS-Geldmarktfonds investieren, die von etablierten Assetmanagern wie BlackRock, DWS oder Amundi verwaltet werden. UCITS steht dabei für ein europäisches Regulierungsrahmenwerk, das strenge Anforderungen an Diversifikation, Transparenz und Liquidität stellt. Das bedeutet: Diese Fonds unterliegen nicht irgendeiner laxen Offshore-Regulierung, sondern den gleichen europäischen Regeln, die auch für klassische Investmentfonds gelten.
Und hier kommt der Punkt, der offen auf den Tisch gehört: Geldmarktfonds sind kein Tagesgeldkonto. Es gibt keine staatliche Einlagensicherung. Das Geld, das man über Unitplus anlegt, wird nicht von einer Bank gehalten und ist nicht durch das deutsche Einlagensicherungssystem bis 100.000 Euro geschützt. Stattdessen liegt es in einem Sondervermögen, das im Insolvenzfall des Fondsanbieters zwar rechtlich vom Unternehmensvermögen getrennt ist, aber eben den Wertschwankungen und Risiken eines Investmentprodukts unterliegt. Diesen Unterschied muss man verstanden haben, bevor man auch nur einen Euro dort anlegt.
Wo Unitplus im Gründer-Alltag relevant wird
In der Praxis wird Unitplus vor allem für bestimmte Geldtöpfe diskutiert, die im Start-up-Umfeld fast jeder kennt. Da sind zunächst die Runway-Reserven – also das Geld, das nach einer Finanzierungsrunde auf dem Konto liegt und über die nächsten zwölf bis achtzehn Monate den Betrieb finanzieren soll. Nicht alles davon wird am ersten Tag gebraucht. Wer in Monat eins 50.000 Euro operativ benötigt, aber 300.000 Euro auf dem Konto hat, lässt einen erheblichen Teil ohne jede Rendite herumliegen.
Dann gibt es die Steuerrücklagen. Wer als GmbH-Geschäftsführer verantwortungsvoll wirtschaftet, legt Geld für Umsatzsteuer, Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer zurück, oft Monate bevor die tatsächliche Zahlung fällig wird. Dieses Geld muss verfügbar bleiben, hat aber einen klar definierten Zeithorizont. Ähnlich verhält es sich mit Investitionsgeldern, die für eine Anschaffung oder eine Expansion eingeplant sind, aber erst in einigen Wochen oder Monaten abgerufen werden.
Und schließlich gibt es die persönliche Ebene: Gründerinnen und Gründer, die sich gerade kein üppiges Gehalt auszahlen, aber trotzdem persönliche Ersparnisse haben, die irgendwo arbeiten sollten. Vielleicht steht ein kleiner Exit-Erlös aus einer früheren Beteiligung im Raum, vielleicht sind es einfach die Reserven aus der Zeit vor der Gründung. Für all diese Situationen braucht man kein klassisches Wertpapierdepot mit ETF-Sparplänen und MSCI-World-Strategie, sondern etwas Kurzfristiges, Unkompliziertes, das schnell eingerichtet ist und schnell wieder aufgelöst werden kann.
Unitplus ist darauf ausgelegt. Die Kontoeröffnung funktioniert digital, dauert wenige Minuten und erfordert eine klassische Legitimation per Video-Ident oder ähnlichem Verfahren. Die Benutzeroberfläche ist bewusst reduziert gehalten – kein überladenes Dashboard mit Chartanalysen, keine zwanzig Produktkategorien. Man wählt im Wesentlichen einen Geldmarktfonds aus, überweist Geld und sieht dann, wie sich der Betrag entwickelt.
Was die Rendite betrifft, hängt das unmittelbar am Zinsumfeld der Eurozone. Seit die Europäische Zentralbank den Leitzins angehoben hat, werfen Geldmarktfonds wieder spürbare Erträge ab. Typischerweise bewegen sich die Renditen in der Nähe des kurzfristigen Zinssatzes, also derzeit grob im Bereich von drei bis vier Prozent jährlich – vor Kosten. Unitplus erhebt eine Gebühr, die diese Rendite entsprechend reduziert. Die exakte Netto-Rendite hängt vom gewählten Fonds, vom aktuellen Zinsniveau und von der Gebührenstruktur ab und verändert sich laufend. Wer hier konkrete Zahlen als Versprechen interpretiert, macht einen Fehler. Es handelt sich um Erwartungswerte in einem bestimmten Marktumfeld, nicht um garantierte Zinsen.
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Die Liquidität ist ein weiterer wichtiger Punkt. Geldmarktfonds sind grundsätzlich darauf ausgelegt, dass Anleger ihr Geld kurzfristig abziehen können. In der Praxis bedeutet das bei Unitplus in der Regel ein bis drei Bankarbeitstage, bis das Geld wieder auf dem eigenen Girokonto landet. Das ist deutlich schneller als bei Festgeld, aber nicht so unmittelbar wie bei einem Tagesgeldkonto, auf dem das Geld oft in Echtzeit oder am selben Tag verfügbar ist. Für operative Zwecke – also wenn am Freitag eine unerwartete Rechnung bezahlt werden muss – ist das ein relevanter Unterschied.
Die Fragen, die man stellen sollte
In der Gründer-Community wird zu Recht kritisch nachgefragt, und das ist gut so. Die erste und wichtigste Frage lautet: Was passiert, wenn etwas schiefgeht?
Fangen wir beim Fondsanbieter an. Geldmarktfonds, die als UCITS reguliert sind, werden als Sondervermögen geführt. Das bedeutet, dass das Fondsvermögen rechtlich vom Vermögen der Fondsgesellschaft getrennt ist. Geht der Assetmanager – also etwa BlackRock oder ein anderer Anbieter – in die Insolvenz, ist das Fondsvermögen davon nicht direkt betroffen. Es wird in der Regel von einer Depotbank verwahrt und kann auf einen anderen Anbieter übertragen werden. Das ist ein wesentlicher struktureller Schutz, der allerdings nicht mit der staatlichen Einlagensicherung gleichzusetzen ist. Die Einlagensicherung greift bei Bankguthaben bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank, und sie wird von staatlich gestützten Sicherungssystemen getragen. Bei einem Geldmarktfonds gibt es diesen Mechanismus nicht. Stattdessen beruht die Sicherheit auf der Qualität der Anlagen im Fonds selbst: Wenn die kurzlaufenden Anleihen und Geldmarktinstrumente, in die der Fonds investiert, von soliden Emittenten stammen und keine Ausfälle eintreten, bleibt das Kapital erhalten. In der Vergangenheit ist das bei europäischen UCITS-Geldmarktfonds fast ausnahmslos der Fall gewesen. Aber „fast ausnahmslos” ist eben nicht „garantiert”.
Die zweite Frage betrifft Unitplus selbst. Was passiert, wenn nicht der Fondsanbieter, sondern die Plattform Unitplus Probleme bekommt? Hier ist die Struktur ähnlich wichtig zu verstehen: Unitplus agiert als Vermittler, das eigentliche Geld liegt im Fonds. Technisch ist man also nicht davon abhängig, dass Unitplus als Unternehmen überlebt, damit das eigene Kapital erhalten bleibt. Allerdings würde ein Ausfall der Plattform den Zugriff und die Verwaltung vorübergehend erschweren. Wer siebenstellige Summen anlegt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er hier von der Infrastruktur eines vergleichsweise jungen Fintech-Unternehmens abhängig ist.
Die dritte Frage ist die nach der operativen Liquidität. Wie bereits erwähnt, dauert eine Auszahlung bei Unitplus ein bis drei Bankarbeitstage. In den meisten Fällen ist das kein Problem. Aber wer als Gründer schon einmal in der Situation war, dass eine unerwartete Zahlung sofort fällig wurde – ein Serverausfall, eine dringende Nachzahlung, eine plötzliche Gelegenheit – der weiß, dass ein oder zwei Tage Verzögerung operativ relevant sein können. Die kluge Lösung ist deshalb nie, alles bei Unitplus zu parken, sondern immer einen operativen Puffer auf dem Geschäftskonto zu lassen, der mindestens die laufenden Kosten von ein bis zwei Monaten deckt.
Unitplus im Vergleich: Wo es hingehört und wo nicht
Wer sich mit dem Thema Cash-Management im Start-up beschäftigt, stößt auf verschiedene Alternativen, und es lohnt sich, Unitplus dort einzuordnen.
Passend dazu haben wir einen weiteren Beitrag zum Thema: vivid.
Das klassische Tagesgeldkonto, ob bei einer traditionellen Bank oder einer Neobank wie N26 oder Trade Republic, bietet die staatliche Einlagensicherung und sofortige Verfügbarkeit. Dafür liegen die Zinssätze oft unter dem, was ein Geldmarktfonds abwirft, und die Konditionen ändern sich je nach Wettbewerbslage der Bank. Für den operativen Sicherheitspuffer bleibt das Tagesgeldkonto der sinnvollere Ort. Für Gelder, die drei, sechs oder neun Monate nicht gebraucht werden und bei denen man bereit ist, auf die Einlagensicherung zu verzichten, kann ein Geldmarktfonds über Unitplus die bessere Rendite bringen.
Kurzlaufende ETFs auf Geldmarktindizes oder Staatsanleihen sind eine weitere Option, die manche Gründer über ihr Depot kaufen. Produkte wie der Xtrackers EUR Overnight Rate Swap ETF oder ähnliche Instrumente bilden im Grunde das gleiche Anlageuniversum ab. Der Unterschied zu Unitplus liegt hier vor allem in der Verpackung: Wer ohnehin ein Depot bei einem günstigen Broker hat, kann dort selbst einen solchen ETF kaufen und spart sich die Unitplus-Gebühr. Wer kein Depot hat oder den Aufwand scheut, für den ist Unitplus die bequemere Tür zum gleichen Raum.
Dann gibt es spezialisierte B2B-Treasury-Lösungen, die sich explizit an Unternehmen richten. Tools, die Cash-Management und Liquiditätsplanung auf einer anderen Ebene ermöglichen. Diese sind oft teurer und komplexer, aber bieten eine tiefere Integration in die Unternehmensfinanzen. Für Start-ups, die gerade erst anfangen, ist Unitplus oft die einfachere und schnellere Lösung.
Mehr über Geldmarktfonds erfahren Sie auf Wikipedia über Geldmarktfonds.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Unitplus?
Unitplus ist eine Finanzplattform, die kleinen Teams und Privatpersonen Zugang zu Geldmarktfonds bietet. Diese Fonds investieren in kurzlaufende, hochwertige Schuldtitel.
Wie sicher ist mein Geld bei Unitplus?
Geld bei Unitplus liegt in einem Sondervermögen und ist rechtlich vom Vermögen der Fondsgesellschaft getrennt. Es gibt jedoch keine staatliche Einlagensicherung.
Wie schnell kann ich mein Geld von Unitplus abheben?
In der Regel dauert es ein bis drei Bankarbeitstage, bis das Geld von Unitplus auf Ihr Girokonto überwiesen wird.
Welche Gebühren fallen bei Unitplus an?
Unitplus erhebt eine Gebühr, die von der gewählten Fondsstruktur abhängt. Diese reduziert die erzielte Rendite entsprechend.
Für wen ist Unitplus geeignet?
Unitplus eignet sich für Gründer und kleine Unternehmen, die kurzfristige Liquidität benötigen und bereit sind, auf die staatliche Einlagensicherung zu verzichten.
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