Wir sind jetzt 4 Jahre am Markt, haben solide Umsätze in Deutschland und Österreich, und es wird Zeit für den nächsten Schritt. Belgien und die Niederlande sind für uns interessant geworden – nicht nur wegen der Nähe, sondern weil wir direkt auf Kundenanfragen bekommen.
Aber jetzt die klassische Frage: Sollen wir über einen lokalen Partner gehen (Distributor oder Reseller-Modell) oder ziehen wir selbst eine kleine Niederlassung auf? Das klingt nach einer einfachen Frage, aber die Kostenkalkulation ist kompliziert.
Partnermodell wäre schneller und mit weniger Overhead. Aber ich frage mich: Wie kontrolliere ich dann die Qualität? Wie nah bin ich noch bei meinen Kunden? Das hat mir bei unserer Produktentwicklung immer gefehlt – der direkte Kundenkontakt zeigt Probleme, die Marktforschung übersieht.
Eigene Niederlassung kostet mehr, aber ich hätte volle Kontrolle und könnte lernen. Welche Schwelle gibt es da? Ab welchem erwarteten Umsatz lohnt sich das wirklich? Und wie habt ihr die Entscheidung getroffen?
Aus Branding-Perspektive: Wenn Brand-Building für euch wichtig ist, braucht ihr eigene Kontrolle. Partner-Modell verwässert euer Brand-Messaging schnell. Aber eine kleine Niederlassung mit guten Prozessen – das funktioniert. In NL/Belgien gibt es gute Co-Working-Spaces und Freelancer-Pools, um nicht sofort mit full-time Hires starten zu müssen. Das spart am Anfang Kosten.
T.Wagner hier. Meine Perspektive: Könnte das auch als Kooperation mit lokalem Mid-Market-Player strukturiert sein? Win-Win statt Distributor. Jemand mit existierendem Kundenstamm, der aber nicht dein Kernprodukt anbietet. Da hast du mehr Kontrolle als bei klassischen Resellern und weniger Overhead als eine Eigengründung. Habt ihr sowas schon ausgelotet?
Stefan B. hier – ich baue ja gerade an nem SaaS-Produkt und bin bei einem ähnlichen Punkt. Das Kundenfeedback direkt zu bekommen ist Gold wert. Aber: Mit Partner könnt ihr erst validieren, ob die Märkte wirklich funktionieren. Partner-Model als Test, dann später Niederlassung, wenn ihr wirklich skalieren wollt. Aber die Partnerqualität... da hab ich schon Horrorgeschichten gehört. Verträge müssen wasserdicht sein.
Aus meiner Vertriebserfahrung: Das hängt stark ab, ob ihr B2B oder B2C seid und wie zyklisch eure Verkäufe sind. Bei längeren Verkaufszyklen braucht ihr Präsenz vor Ort. Partner funktioniert eher bei Standardprodukten mit wenig Customizing. Kalkuliert auch: Welche Margen bleibt euch nach Partner-Cut? Wenn unter 40%, wird schnell unrentabel. Die Liquidität in Gründungsphasen ist oft die Bremse – eine Niederlassung bindet Kapital.