Moin zusammen,
ich stehe gerade vor einer klassischen Make-or-Buy-Entscheidung und würde gerne eure Perspektive hören. Ich baue eine Buchhaltungs-SaaS für KMUs und bin jetzt bei ~8 Mitarbeitern angekommen. Bisher haben wir die HR-Prozesse relativ ad-hoc gelöst – Spreadsheets für Urlaubsplanung, E-Mail-Hin-und-Her für Abwesenheiten.
Meine ursprüngliche Idee war, eine minimalistische HR-Komponente in unser bestehendes System einzubauen. Schließlich kenne ich die Architektur, könnte die Employee-Data direkt mit der Buchhaltung verbinden und hätte volle Kontrolle. Andererseits bin ich realistisch: Das kostet Development-Zeit, die ich eher in Kernfunktionen stecken sollte.
Die Alternative ist eine etablierte Lösung wie Personio oder ähnliches zu kaufen. Kostet natürlich Geld im laufenden Betrieb, aber wir sparen uns Compliance-Kopfschmerzen (Zeiterfassung, DSGVO, etc.).
Wie habt ihr das bei euch gehandhabt? Gibt es einen Break-Even-Point, ab wann sich die Investition rechnet? Und wie wichtig ist euch die Integration mit bestehenden Tools?
Thomas B., aus meiner Erfahrung in der Betriebspraxis würde ich dir raten: Finger weg vom Selbstbau. Ich habe zu oft gesehen, wie Gründer ihre wertvollste Ressource – ihre Zeit – in Nebenaufgaben versenken.
Bei 8 Mitarbeitern brauchst du jemanden, der sich um HR kümmert, nicht dein Dev-Team. Die versteckten Kosten einer Eigenentwicklung sind erheblich: DSGVO-konformität, Audits, laufende Wartung, Gewerkschaftsfragen. Das unterschätzt man leicht.
Personio und Co. mögen monatlich Geld kosten, aber das ist kalkulierbar und ihre Systeme sind darauf ausgerichtet, mit SaaS-Tools zu integrieren. Der Mehrwert einer fertigen Lösung: Dein Team konzentriert sich aufs Kernprodukt, und deine Mitarbeiter bekommen ein Tool, das sie kennen und das rechtssicher ist.
Meine Faustregel: Kauf, wenn es nicht dein Produkt ist. Deine Buchhaltungs-SaaS ist dein Produkt. HR ist notwendig, aber nicht dein Unterscheidungsmerkmal.